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Innovatives Gesundheitsprojekt in Nairobis Slums

In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, leben über 60 % der Menschen in Slums. Die meisten Bewohner, die hier leben, sind Gelegenheitsarbeiter mit niedrigem, unregelmäßigem Einkommen,  werden wöchentlich bezahlt und sind nicht in der Lage, die erforderlichen Gebühren für eine Entbindung oder von Kontrollbesuchen während einer Schwangerschaft zu zahlen.

Schwangere Frauen haben in den Elendsgebieten von Mukuru im Stadtteil Embakasi in Nairobi County kaum die Möglichkeit, die zwei staatlichen Geburtskliniken, die außerhalb an einem anderen Ende der Stadt liegen, zu erreichen. Der Großteil der weiblichen Bevölkerung von Embakasi (ca. 950.000 Einwohner) ist daher darauf angewiesen, in den nahe liegenden privaten Geburtskliniken zu entbinden. In diesen müssen sie aber die Geburtsvorsorge, Entbindungs- und Nachsorgekosten selbst bezahlen. Eine normale Geburt kostet bis zu 10.000 KSH (Kenianische Schilling), umgerechnet rund 90 Euro. Die meisten Patientinnen und ihre Familien arbeiten als Tagelöhner mit niedrigem und unsicherem Einkommen. Sie sind nicht in der Lage, diese Summe auf einen Schlag aufzubringen. Zudem setzen die Familien ihr Erspartes oft nicht für die benötigte Geburt ein, wenn gerade andere lebensnotwendige Ausgaben getätigt werden müssen.

Auch deswegen entbinden Frauen häufig unter schwierigen Umständen, anstatt eine medizinisch sichere und notwendige Vor- und Nachsorge in Anspruch zu nehmen. Durch die mangelnden Vorsorgeuntersuchungen bestehen erhebliche Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind: Von 100.000 Frauen in Nairobi starben im Jahr 2014 (laut UNFPA) 212. Die Zahl der Todesopfer in den Slums von Embakasi dürfte jedoch weitaus höher sein.
 

Malteser International arbeitet seit 15 Jahren in der Region und kennt die Situation der Frauen. Um ihnen eine sichere Schwangerschaft und Entbindung zu ermöglichen, wurde das System M-Afya (übersetzt: mobile Gesundheit) installiert. Das ist ein digitales Ansparsystem, das gleichzeitig auch einzelne Kundendaten verwaltet. So werden die Patientinnen zusätzlich an Vorsorgeuntersuchungen und andere medizinische Termine erinnert.

In interaktive Foren wie Social Network Plattformen, die von erfahrenen Gemeindegesundheitsarbeitern verwaltet werden, mobilisieren Mitarbeiterinnen die Frauen zur vorgeburtlichen Gesundheitsvorsorge, reagieren auf deren Bedürfnisse und verbreiten Informationen zur Mutter-Kind-Gesundheit. 
In den Gesundheitseinrichtungen wird das medizinische Personal darin geschult, Notfälle in der Geburtshilfe zu behandeln und auf eine gesteigerte Nachfrage in der Geburtshilfe zu reagieren.

Mit dem M-Afya als Mobil-Technologie-Projekt soll den schwangeren Frauen der Zugang und die  Nutzung der Mutter- und Neonatalen Gesundheitsdienste in dem Slum Embakasi in Nairobi erleichtert werden. Das flexible Bezahlmodell für Entbindungen soll es allen Frauen ermöglichen, eine Geburt unter medizinischer Aufsicht zu haben. Die Vorauszahlungen für die Geburt werden von den Frauen und ihren Partnern ab dem Beginn der Schwangerschaft gemacht und über den Zeitraum bis zur Geburt verteilt.

  • Gestärktes Bewusstsein und Wissen über Mütter-Kind-Gesundheit und flexible Zahlungsmöglichkeit in den zehn Gesundheitseinrichtungen
  • Umsetzung eines flexiblen, innovativen Zahlungsplans für die Entbindungen
  • erhöht Kapazität und Koordinierung des County und Sub County Health Managementteam
     

Länderinfos

Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.650 km²
Bevölkerung: ca. 45,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Oktober 2015 - Juni 2017
Finanzierung: DFID

Letzte Änderung: Dezember 2016

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