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Wasser und Hygiene für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Seit Dezember 2013 wütet im Südsudan ein Bürgerkrieg, der von allen Beteiligten mit grausamer Härte geführt wird und eine humanitäre Katastrophe ausgelöst hat. Im Juli 2016 führte das Wiederaufleben alter Konflikte zu erneuten Ausbrüchen von Flüchtlingsströmen insbesondere nach Norduganda. Derzeit sind fast zwei Millionen Menschen Vertriebene in ihrem eigenen Land. Mehr als 400.000 Südsudanesen sind nach Uganda geflohen.

Der Norden Ugandas leidet unter Wasserknappheit. Nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die Bevölkerung leidet unter dem Wassermangel. Malteser International setzt sich im Rhino Camp im Distrikt Arua, in Oraba und Kuluba im Distrikt Koboko und im Bidibidi Camp im Distrikt Yumbe vor allem für eine verbesserte Wasserversorgung der Flüchtlinge ein. Neben der Wasserversorgung müssen auch die Hygienemaßnahmen an die wachsende Zahl von Flüchtlingen angepasst werden.

Auf Grund von einem erneuten gewaltsamen Ausbruch im Juli 2016 steigt auch die Zahl der nach Uganda fliehenden Südsudanesen kontinuierlich. Seit Juli sind mehr als 400.000 Südsudanesen nach Uganda geflüchtet. Uganda lebt eine bemerkenswerte Willkommenskultur für Flüchtlinge. Die Regierung weist den Südsudanesen eine Parzelle Land zu, wo sie ihre Hütten bauen und ein wenig Landwirtschaft betreiben können. Die Flüchtlingscamps wirken daher fast wie eine Ansammlung von Weilern.

Bei den Flüchtlingen handelt es sich vorwiegend um Frauen und Kinder. Die Männer sind meist im Südsudan zurückgeblieben, um sich um die Viehherden zu kümmern oder als Soldaten zu kämpfen. Angesichts der kontinuierlich wachsenden Zahl von Menschen und der großen Hitze in der Trockensavanne Ugandas ist sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge eines der drängendsten Probleme. Unsauberes Trinkwasser ist ein Grund für viele Erkrankungen und muss daher vermieden werden. Außerdem muss gefördertes Wasser sicher gelagert werden, so dass es nicht außerhalb des Brunnens verschmutzt. Im Flüchtlingscamp sollen solarbetriebene Wasserverteilungen errichtet werden. Diese tragen dazu bei, dass mehr Menschen mit Wasser versorgt werden können. In weiteren Bereichen müssen noch Bohrlöcher gebohrt und die solarbetriebenen Wasserverteilungssysteme angeschlossen werden. Diese Systeme stehen dann nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch der lokalen Bevölkerung zur Verfügung.

Die Wasserstellen ziehen Vieh und andere Tiere an, da sie meistens nicht umzäunt sind. Um gleichzeitig die Wasserstellen zu schützen und das Oberflächenwasser zu nutzen, sollen um die Wasserstellen (Nutz-)Gärten eingerichtet werden. Das dort angebaute Gemüse wird gleichzeitig das Nahrungsmittelspektrum der Menschen vergrößern.

Für viele Mädchen ist die persönliche Hygiene während der Menstruation eine Herausforderung. Dies führt dazu, dass viele Mädchen zu dieser Zeit nicht in die Schule gehen, oder sogar ganz abbrechen. In den Grundschulen werden alle Frauen im gebärfähigen Alter deswegen mit Seife, Unterhosen und wiederverwendbaren Binden ausgestattet. Die Lehrer werden in Menstruationshygiene geschult, so dass sie das Wissen an ihre Schüler weitergeben können und sich die Vorurteile verringern. Auch müssen an mehreren Schulen die Waschräume und Duschen ausgebaut werden.

Versorgung von Flüchtlingen mit sauberem Trinkwasser sowie Verbesserung der Hygienesituation, mit besonderem Fokus auf Schülerinnen im gebärfähigen Alter, um während der Menstruation trotzdem am Schulunterricht teilzunehmen. 

  • Wasserversorgung über motorisierte Brunnen und Hochtanks: neue Brunnen werden gebohrt und weitere repariert. Die sieben ergiebigsten Brunnen werden jeweils mit Solarpumpen und Hochtanks ausgestattet. Zapfstellen werden an den Hochtanks eingerichtet  um ausreichende Wassermengen zu liefern und die Wartezeiten an den Zapfstellen zu verringern. Neben den Zapfstellen gibt es auch betonierte Waschplätze.
  • Bau von Regenwassersammelsystemen mit 20.000-40.000-Liter-Tanks an Gesundheitszentren und Schulen.
  • Kampagnen und Schulungen zum Thema Hygiene: Aufklärungskampagne zu den Themen Händewaschen und Körperhygiene werden durchgeführt, sowie Kurse für Lehrer und Elternvertreter.
  • Verteilung von Seifen an Flüchtlingshaushalte 
  • Verteilung von Monatsbinden für Schülerrinnen und Unterrichtsstunden damit die Mädchen lernen, die Binden richtig zu verwenden.
  • Viele Hilfsmaßnahmen kommen nicht nur den südsudanesischen Flüchtlingen, sondern auch der größtenteils sehr armen nordugandischen Gastbevölkerung in der Umgebung des Rhino Camps zugute. 
  • Bohrung von Bohrlöchern, sowie Rehabilitierung von bereits bestehenden Bohrlöchern
  • Errichtung von solarbetriebener Wasserverteilung
  • Verteilung von Wasserkanistern zum sicheren Transport und Lagerung von Wasser
  • Ausgabe von Unterhosen, Seife und wiederverwendbaren Binden an Schülerinnen im gebärfähigen Alter
  • Anlage von Gärten: Bewässerung durch das Ablaufwasser an den Wasserstellen sowie Erweiterung des Nahrungsmittelangebots
  • Wiedereinsetzung von Wasser-Komitees zur Instandhaltung der Wasserstellen
  • Ausgabe von Solarlampen um die Sicherheit der Bewohner bei Nacht zu erhöhen

Länderinfos

Hauptstadt: Kampala
Fläche: 241.040 km²
Bevölkerung: ca. 38,8 Millionen

Projektdaten

Laufzeit des Projektes finanziert durch ADH und GFFP: Dezember 2015 bis Dezember 2016
Finanzierung: Aktion Deutschland Hilft (ADH), Global Fund for Forgotten People (GFFP) und Spenden

Laufzeit des Projektes finanziert durch PRM: September 2016 bis August 2017
Finanzierung: Bureau of Population, Refugees and Migration (PRM) und Spenden

Letzte Änderung: Oktober 2016

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