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Wasser und Hygiene für Flüchtlinge aus dem Südsudan

Seit Dezember 2013 wütet im Südsudan ein Bürgerkrieg, der von allen Beteiligten mit grausamer Härte geführt wird und eine humanitäre Katastrophe ausgelöst hat. Fast zwei Millionen Menschen sind Vertriebene in ihrem eigenen Land. Rund 200.000 suchen Schutz in den Lagern der Vereinten Nationen. Mehr als ein halbe Million sind in Nachbarländer geflohen. Uganda beherbergt 180.000 südsudanesische Flüchtlinge. 20.000 von ihnen leben im Rhino Camp im Nordwesten Ugandas.

Bereits seit Februar 2014 setzt sich Malteser International im Rhino Camp im Distrikt Arua vor allem für eine verbesserte Wasserversorgung der Flüchtlinge ein. 

Da ein Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nachbarland Südsudan leider noch nicht abzusehen ist, steigt auch die Zahl der nach Uganda fliehenden Südsudanesen kontinuierlich an. Uganda lebt eine bemerkenswerte Willkommenskultur für Flüchtlinge. Die Regierung weist den Südsudanesen eine Parzelle Land zu, wo sie ihre Hütten bauen und ein wenig Landwirtschaft betreiben können. Die Flüchtlingscamps wirken daher fast wie eine Ansammlung von Weilern. 

Bei den 20.000 Flüchtlingen im Rhino Camp handelt es sich vorwiegend um Frauen und Kinder. Die Männer sind meist im Südsudan zurückgeblieben, um sich um die Viehherden zu kümmern oder als Soldaten zu kämpfen. 

Angesichts der kontinuierlich wachsenden Zahl von Menschen und der großen Hitze in der Trockensavanne Uganda ist sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge eines der drängendsten Probleme.

Versorgung von 20.000 Flüchtlingen mit mindestens 18 Litern sauberem Trinkwasser pro Tag und pro Person sowie Verbesserung der Hygienesituation im Rhino Camp

  • Wasserversorgung über motorisierte Brunnen und Hochtanks:

Um die Flüchtlinge täglich mit ausreichend Wasser versorgen zu können, hat Malteser International in drei Dörfern neue Brunnen gebohrt und vier weitere repariert. Da mit einer einfachen Handpumpe bei Tiefbrunnen jedoch nicht die zur Versorgung ganzer Dörfer benötigte Wassermenge gefördert werden kann, haben wir sieben der ergiebigsten Brunnen jeweils mit Solarpumpen und Hochtanks ausgestattet. Dabei füllt jede Pumpe einen Hochtank, von dem Leitungen zu vier bis fünf Zapfstellen mit jeweils sechs Wasserhähnen führen. Diese Systeme sind weitgehend wartungsfrei, fördern ausreichende Wassermengen und verringern die Wartezeiten an den Zapfstellen. Der größte Vorteil besteht darin, dass die Frauen die täglichen für ihre Familien benötigten 60 bis 80 Liter nicht mehr mühsam aus 80 Metern Tiefe pumpen müssen. Außerdem gibt es gleich neben den Zapfstellen auch betonierte Waschplätze.

  • Bau von Regenwassersammelsystemen an Gesundheitszentren und Schulen:

Darüber hinaus hat Malteser International an zwei Gesundheitszentren und fünf Grundschulen Regenwassersammelsysteme mit 20.000- und 40.000-Liter-Tanks installiert. Denn auch wenn die Region wasserarm ist, so gibt es hier doch zwei sehr ergiebige Regenzeiten.

  • Kampagnen und Schulungen zum Thema Hygiene: 

Um die Hygiene zu verbessern, haben wir zusammen mit unserer Partnerorganisation IAS in den Grundschulen für die Schüler eine Aufklärungskampagne zu den Themen Händewaschen und Körperhygiene durchgeführt. Damit auch künftige Jahrgänge diese Kenntnisse vermittelt bekommen, haben wir auch Kurse für Lehrer und Elternvertreter angeboten. Als Sofortmaßnahme verteilten wir zusammen mit UNHCR Seife an alle Flüchtlingshaushalte. Zudem lernten die Schüler in der Schule, wie sie Seife auch selbst herstellen können. Ein besonderes Thema im Bereich Hygiene ist die Menstrualhygiene: Für die Mädchen der höheren Grundschulklassen stellen wir waschbare Monatsbinden zur Verfügung und bieten Unterrichtsstunden zu diesem Thema an, in denen die Mädchen auch lernen, wie sie die Monatsbinden richtig verwenden. 

Viele unserer Hilfsmaßnahmen kommen nicht nur den südsudanesischen Flüchtlingen, sondern auch der größtenteils sehr armen nordugandischen Gastbevölkerung in der Umgebung des Rhino Camps zugute. 

Länderinfos

Hauptstadt: Kampala
Fläche: 241.040 km²
Bevölkerung: ca. 38,8 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: Februar 2014 bis Oktober 2016
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Aktion Deutschland Hilft, Global Fund for Forgotten People und Spenden

Letzte Änderung: Januar 2016

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