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Jobs durch CO2-neutrales Bauen

Die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge belastet die Umwelt und den Arbeitsmarkt in Ugandas Norden. Unser Projekt mit dem Sozialunternehmen Impact Building Solutions Foundation (IBSF) reduziert die Umweltbelastungen und integriert die Menschen durch neue Arbeitsplätze. Wir schaffen zusätzliches Einkommen und Perspektiven für die Geflohenen und für die Aufnahmegesellschaft. Eine moderne Technologie zur klimaneutralen Herstellung hochwertiger Baupaneele aus dem Abfallprodukt Reisstroh macht es möglich.

Uganda gilt als ein sehr flüchtlingsfreundliches Land: Im Norden des Landes sind bereits eine Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan und aus der DR Kongo angekommen. UNHCR erwartet weitere 100.000 Menschen zum Jahresende 2018 und ein Ende der Krise in den Nachbarländern ist nicht in Sicht. Die Geflohenen leben gemeinsam mit Ugandern in Siedlungen im Norden des Landes. Die größte Siedlung Bidi Bidi beherbergt ca. 270.000 Personen. Laut Prognosen werden die meisten Flüchtlinge über 10 Jahre oder dauerhaft in Uganda bleiben.

Das sind aktuell einige der größten Herausforderungen:

Hohe Umweltbelastung: Die hohe Nachfrage nach Bau- und Brennholz für die neuen Siedlungen hat massive Umweltschäden zur Folge, hunderttausende Bäume wurden abgeholzt. Besonders betroffen ist die Region West Nile, wo die größte Zahl der südsudanesischen Flüchtlinge lebt. Bereits jetzt leidet die Bevölkerung unter der Knappheit an Bau- und Brennholz.

Angespannter Arbeitsmarkt: Für die mehrheitlich junge Bevölkerung in den Settlements fehlt es an Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen, um die Integration der Flüchtlinge in die Aufnahmegemeinden zu erleichtern.

Fehlende soziale Infrastruktur: Es gibt u.a. zu wenige Schulen und Gesundheitszentren für die Kinder und Jugendliche.

Mangelhafte Unterkünfte: Die meisten Unterkünfte in den Flüchtlingssiedlungen wurden temporär errichtet und sind durch die Witterungsbedingungen bereits stark beschädigt.

  • Langfristige wirtschaftliche Entwicklung in den Flüchtlingsaufnahmegebieten im Norden Ugandas
  • Verbesserung der sozialen Infrastruktur, Schaffung von Arbeitsstellen und Einkommensgenerierung für vor allem junge Flüchtlinge und Ugander
  • Reduzierung der Umweltbelastung

Grundlegend für eine nachhaltige, positive Entwicklung in der Region ist die Schaffung neuer Einkommensperspektiven für die einheimische Bevölkerung und die Flüchtlinge. Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Sozialunternehmen Impact Building Solutions Foundation (IBSF) schaffen wir neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Produktion und Verarbeitung eines ökologischen Baustoffs: Strohpaneele. Damit wollen wir neue Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Ressourcennutzung beim Ausbau der Infrastruktur in den Flüchtlingssiedlungen leisten.

Unsere Partnerfirma IBSF ist ein Sozialunternehmen mit entwicklungs- und umweltpolitischen Zielen, das Gewinne zur Schaffung weiterer Arbeits- und Ausbildungsplätze in Uganda reinvestiert.

Mittels einer innovativen Technologie stellt IBSF Baupaneele aus Reisstroh und -hülsen her. Reisstroh wurde bislang als landwirtschaftliches Abfallprodukt auf den Feldern in Uganda verbrannt und hatte hohe CO2-Emissionen zur Folge. Als Baustoff jedoch wird es nicht mehr verbrannt, sondern für die Produktion der Paneele und ihre Verarbeitung im Baugewerbe genutzt und bildet für die Reisbauern damit eine neue Wertschöpfungskette. Für die Landwirte entsteht dadurch eine alternative und attraktive Einnahmequelle.

Umweltschutz wird mitgedacht: Strohpaneele sind als Baustoff eine umweltschonende Alternative zur vorherrschenden Backsteinbauweise, die große Mengen an Brennholz und Wasser verbraucht und für massive Zerstörungen der natürlichen Umwelt in Uganda verantwortlich ist.

IBSF errichtet derzeit eine Fabrik, die den Menschen in der Umgebung Arbeitsstellen und Ausbildungsplätze für lokale Techniker bieten wird. Im Rahmen der Skalierung ist die komplette Inbetriebnahme einer Produktionslinie für Strohpaneele in Uganda für Ende 2018 vorgesehen. Durch die Errichtung der Produktionsanlage in Uganda entstehen bei Vollauslastung ca. 100 Arbeitsplätze im Betrieb und rund 900 Arbeitsplätze im Rahmen von Bauarbeiten bei der Errichtung von Gebäuden mit Strohpaneelen. Insbesondere Jugendliche profitieren von den Ausbildungsmöglichkeiten, die von IBSF in den Bereichen Produktion sowie in der Verarbeitung in der Bau- und Landwirtschaft angeboten werden.

  • Wir unterstützen den Bau einer IBSF-Fabrik in Norduganda für die CO2-neutrale Herstellung von Baupaneelen aus Reisstroh und -hülsen
  • Wir schaffen Verdienstmöglichkeiten für 300 Reisbauern aus der Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaft
  • Wir entwickeln eine neue lokale Wertschöpfungskette für ein bisheriges Abfallprodukt
  • Wir schaffen Ausbildungsstellen für lokale Techniker aus der Flüchtlings- und Aufnahmegemeinschaft in den Bereichen Produktion, Verarbeitung und Bau
  • Wir bauen eine Schule aus umweltfreundlichen Reisstroh-Paneelen im Rhino Camp als Pilot- und Marketingprojekt
  • Wir planen weitere Bauprojekte mit Reisstroh-Baupaneelen

Klimaneutrale Klassenzimmer für Rhino High School

Malteser International hat ein neues High School-Gebäude in der Flüchtlingssiedlung Rhino Camp im Norden Ugandas eröffnet. Das Gebäude mit drei Klassenzimmern wurde in enger Zusammenarbeit mit der Impact Building Solutions Foundation (IBSF) gebaut.

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Länderinfos

Hauptstadt: Kampala
Fläche: 241.040 km²
Bevölkerung: ca. 38,8 Millionen

 

Projektdaten

Laufzeit:
01.03.2018 – 28.02.2019

Finanzierung: Eigenmittel

Partner: Impact Building
Solutions Foundation (IBSF)

Kontakt: Alexandra Kaiser,
alexandra.kaiser(at)malteser-international.org,
und Roland Hansen,
roland.hansen(at)malteser-international.org

Letzte Änderung:
06.09.2018