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Frisches Wasser für eine nachhaltige Zukunft

Selbst innerhalb des sehr armen Landes Haiti ist die Versorgung mit Lebensmitteln in der ländlichen Region Belle Anse noch einmal schlechter als im restlichen Land. Mehr als 20.000 Menschen von 70.000 Einwohnern im Südwesten haben Schwierigkeiten, ein Minimum an Nahrungsmitteln zu bekommen. Die meisten Menschen leben hier hauptsächlich von Landwirtschaft und der Kohleproduktion. Im Durchschnitt verdienen sie weniger als einen US Dollar am Tag. Eine anhaltende Dürre seit Oktober 2014 sowie das Wetterphänomen El Nino hat diese Krise noch verschärft. Außerdem ist in dieser Region das  Bewässerungssystem schlecht. Das bedeutet, dass die Landwirtschaft besonders vom Regen abhängt. Fast die Hälfte der Ernte ist ausgefallen. Folglich steigen die Lebensmittelpreise. Schlechte sanitäre Einrichtungen ziehen Durchfall und Cholera nach sich. Der Druck auf natürliche Ressourcen durch das Abholzen der Wälder führt dazu, dass Erosionen immer häufiger auftreten und die Folgen des Klimawandels den ohnehin limitierten Lebensraum gefährden.

Malteser International arbeitet daran, die Lebenssituation für mehr als 31.000 Haitianer in Belle Anse zu verbessern, indem wir ihnen einen Zugang zu Nutz- und Trinkwasser ermöglichen und die Herstellung und Verwertung der Lebensmittel verbessern. Wir schulen die Menschen dafür in den Bereichen Wasser, Hygiene und Sanitär (WASH).

Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 wurde in der Region Belle Anse deutlich, dass die mangelnde Wasserversorgung ein grundsätzliches Problem für eine nachhaltige Entwicklung des Distrikts ist. Die Landwirtschaft und damit die Versorgung mit Lebensmitteln sind stark gefährdet.

Belle Anse ist sehr anfällig für Erosion und Landrutsche. Das liegt zum einen an der hügeligen Lage und zum anderen an der mangelhaften Bodensicherung durch die Abholzung der Wälder und einer wenig nachhaltigen Landwirtschaft. Die katastrophalen Auswirkungen der Hurrikane Isaac und Sandy, sowie der Dürre 2014 und 2015 auf die Ernte bestätigen dies.

Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, bauen wir eine Basisinfrastruktur auf. Dies sind zum Beispiel ein erdbebenresistentes Aquädukt und Irrigationssysteme. Außerdem schulen wir lokale Akteure in der Instandhaltung. Wir arbeiten dabei eng mit lokalen Partnern zusammen. Außerdem verteilen wir Saatgut an Kleinbauern, die durch die Dürre jegliche Reserven verloren haben. Mit Aufklärungskampagnen wollen wir die Menschen auf eine nachhaltigere Nutzung von Wasser, Boden und Holz bewusst machen. Zusätzlich unterstützen wir die lokale Produktion und Vermarktung von energiesparenden Öfen und Bio-Briketts als Alternative zur Holzkohlevermarktung. Langfristig soll dies die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung gegenüber immer wieder auftretenden extremen Naturereignissen stärken.

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturkatastrophen und sozioökonomischen Schocks durch stabilen Zugang zu Nutz- und Trinkwasser sowie Nahrung
  • Verbesserte Verwendung und Verwertung von Nahrung durch Aufbau lokaler Kapazitäten im Bereich Ernährung, nachhaltiger Umgang mit Wasser, Hygieneverhalten und Sanitärversorgung
  • Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen (Wasser, Boden, Wald) durch Bewusstseinsschaffung und Schaffung von Alternativen zur Holzkohlevermarktung und -nutzung
  • Bau eines Aquädukts, welches mehr als 30.000 Menschen mit Nutz- und Trinkwasser versorgt, in Zusammenarbeit mit der nationalen Wasserbehörde DINEPA
  • Regenunabhängige Bewässerung von Anbauflächen und Haushaltsgärten durch Rehabilitierung und Erweiterung von Irrigationssystemen
  • Schulungen für Kleinbauern und Haushalte als Multiplikatoren in nachhaltiger Bodenbewirtschaftung, Anlage von Haushaltsgärten und Ressourcenschutz
  • Verteilung von Saatgut zur Ernährungssicherung und -vielfalt
  • Trainings für 4 Wasserkomitees in nachhaltiger Nutzung und Instandhaltung von Wasserressourcen, inkl. Einführung eines gemeindebasierten Gebührensystems
  • Ausbildung von Freiwilligen als GemeindemobilisatorInnen in den Themenbereichen Wasser, Hygieneverhalten und Sanitärversorgung im Rahmen des Konzeptes der „Community Led Total Sanitation“ (CLTS) sowie Ernährung
  • Stärkung der Gemeindeprozesse durch Ausbildung lokaler Akteure in Management und sozialer Mobilisierung
  • 40 Fokusgruppendiskussionen für Frauen und Mütter zu Ernährung und Lebensmittelhygiene
  • Aufklärungskampagnen zu nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen (Wasser, Boden, Wald)
  • Unterstützung der lokalen Produktion und Vermarktung von energiesparenden Öfen und Bio-Briketts zur alternativen Einkommensschaffung

Länderinfos

Hauptstadt: Port-au-Prince
Fläche: 27.750 km²
Bevölkerung: ca. 10,4 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit Juni 2016
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spenden
Partner: COTEDO, ASAELKAB, DPC, DINEPA

Letzte Änderung: Juni 2016

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