EN | DE | FR
Jetzt Spenden

Gesundheit und Bildung für Jugendliche

Der Distrikt Tirunelveli ist der zweitsüdlichste Distrikt in Tamil Nadu. Die abwechslungsreiche Landschaft in der Region ist durch hoch aufragende Berge und weite Ebenen, Flüsse und Wasserfälle, Küsten und dichte Wälder, Sandboden und fruchtbares Schwemmland sowie eine große Vielfalt an Flora, Fauna und geschützten Wildtieren gekennzeichnet.

Laut der Volkszählung aus dem Jahr 2011 hat der Distrikt Tirunelveli 3.072.880 Einwohner, von denen fast 60 Prozent in unserem Projektgebiet leben. Der Haupterwerb der Menschen ist die Landwirtschaft, die jedoch immer wieder von Dürren bedroht ist. Es gibt kaum Industrie, so dass die Menschen vor allem in den ländlichen Regionen vielfach unter Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung leiden.

Häufige Dürreperioden, fehlende industrielle Entwicklung sowie gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Angehörigen verschiedener Kasten führten seit den frühen 90er Jahren zu hoher Arbeitsmigration.
Jugendliche aus der Kaste der sogenannten Unberührbaren, HIV-Infizierte, sowie Jugendliche mit Behinderungen und Waisen erleben aufgrund ihres sozialen Status täglich Diskriminierung, die sie nachhaltig prägt. Der Zugang zu höherer Bildung und Ausbildungsmöglichkeiten, sowie Gesundheitsversorgung ist für diese Jugendlichen schwierig.

Der Tirunelveli Distrikt in Tamil Nadu ist besonders von Armut, Arbeitslosigkeit, hohen HIV/AIDS Raten und Diskriminierung geprägt. Die Position der Familie wird sozial und wirtschaftlich durch das Kastensystem geprägt. Der sozialen Stellung entsprechend erhalten die Menschen Zugang zu Kapital, Arbeit, Einkommen, Bildung und Gesundheitsleistungen. Jugendliche aus Dalit-Familien, oder HIV-Infizierte, sowie Jugendliche mit Behinderungen oder Waisen erleben Diskriminierungen im Alltag, die sie nachhaltig prägen. Die Rate der Schulabbrecher ist in diesen Gruppen hoch, denn diese Jugendlichen haben kein Geld, um weiter zur Schule zu gehen oder verlassen diese aufgrund von Diskriminierungen. Außerdem bekommen sie kaum Unterstützung aus ihren Familien und wissen nicht, welche Zukunftsmöglichkeiten sie überhaupt haben.

Einhergehend mit einem schlechten Gesundheitszustand, kämpfen die jungen Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und einer Perspektivenlosigkeit für ihre persönliche und berufliche Zukunft. Malteser International hat mit seiner Partnerorganisation ProVision seit 2006 Aktivitäten in der Projektregion durchgeführt, um die Lebensqualität der Jugendlichen und ihrer Familien zu verbessern und nachhaltige Selbsthilfestrukturen für diese Menschen zu schaffen. In diesem Projekt unterstützen wir 3.000 heranwachsenden Jugendlichen aus besonders schwierigen Umständen und ihre Familien, um ihre Chancen auf eine bessere Bildung und bessere Gesundheit zu stärken.

Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Bewältigungsstrategien besonders betroffener Küstengemeinden in der medizinischen Grundversorgung und im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene. Eine verbesserte Gesundheitsversorgung und der Zugang dazu für alle Menschen führen zu einem besseren Gesundheitszustand innerhalb der Bevölkerung. Eine ausgebaute Wasser-, Sanitär- und Hygienesituation in den Dörfern und in Gesundheitseinrichtungen und Schulen leisten einen Beitrag dazu, dass die Menschen nicht so häufig krank werden. Dazu werden sie auch in Hygienemaßnahmen geschult. Zusätzlich schulen unsere Mitarbeiter die Dorfbewohner im Bereich Katastrophenvorsorge. Auch die Behördenmitarbeiter nehmen an unseren Schulungen teil. Das sorgt für eine besondere Nachhaltigkeit und sichert die positiven Wirkungen der Projektmaßnahmen. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz entwickeln die Küstengemeinden  Bewältigungsstrategien, die sie sowohl den alltäglichen Lebensbedingungen, als auch Naturkatastrophen gegenüber widerstandsfähiger machen.

  • Psychosoziale Beratung von Jugendlichen und ihren Familien
  • Austausch in Jugendgruppen und Get-together mit den Jugendlichen und Familien
  • Life-Skill-Education für Jugendliche
  • Beratung von Jugendlichen zu höherer Bildung und Beruf
  • Finanzielle Unterstützung für Hochschulbildung von benachteiligten Jugendlichen
  • Berufsvorbereitungskurse für Jugendliche
  • Einrichtung eines medizinischen Notfallfonds
  • Training für Jugendliche mit HIV/AIDS in der Einhaltung von Behandlungsvorschriften
  • Trainings für Jugendliche mit Behinderungen in Selbstpflege und eigenständigem Leben
  • Mobilisierung der Gemeinschaft, um benachteiligte Jugendliche zu unterstützen
  • Aktive Beteiligung der Gemeinschaft, Zusammenarbeit mit der Regierung sowie Einbeziehung verschiedener Stakeholder, um bessere Wirkungen und größere Nachhaltigkeit zu erzielen

Länderinfos

Hauptstadt: New Delhi 
Fläche: 3,288,000 km²
Bevölkerung: ca. 1,25 Milliarden

Projektdaten

Laufzeit: August 2016 bis Juli 2019
Finanzierung: BMZ
Partner: ProVision

Letzte Änderung: September 2016

Unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende und helfen Sie Menschen in Not!
Jetzt Spenden