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Tuberkulose vorbeugen und behandeln und Malaria ausrotten in Myanmar

Seit 2003 sind wir im östlichen Shan-Staat aktiv, wo Malaria und Tuberkulose noch immer große Gesundheitsprobleme darstellen. Die schlechte Sicherheitslage vor Ort sowie die Tatsache, dass 80 Prozent der Menschen im östlichen Teil von Shan in abgelegenen, hügeligen Regionen leben, erschweren den Zugang zu den Menschen, die Unterstützung benötigen. Das Projektgebiet von Malteser International umfasst eben jene besonders betroffenen und schwer zugänglichen Gebiete in den Townships Mong Hsat, Mongton, Keng Tong, Tachileik, Mong Phyak, Mong Yawng, Mong Pyin, Mong Khat.

Das Tuberkulose- und das Malariaprogramm sind direkt an die lokalen Institutionen angeknüpft und werden in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Gesundheitsprogrammen Myanmars, mit den lokalen Gesundheitsbehörden und mit anderen humanitären und entwicklungsorientierten internationalen NROs durchgeführt.

Neben der Identifizierung und Behandlung von TB unterstützt Malteser International damit unmittelbar das Ziel Myanmars bis 2030 die Malaria tropica des Erregers Plasmodium falciparum zu eliminieren – ein Ziel, dessen Erreichung wir uns im östlichen Shan mit großen Schritten nähern.

Malaria

In Myanmar ist die Belastung durch Malaria seit 2005 zurückgegangen. Dennoch hat das Land immer noch die höchste Malariabelastung im Greater Mekong-Gebiet. Gleichzeitig ist eine erneute Häufung von Artemisinin-Resistenzen (Hauptmedikament zur Malaria-Behandlung) zu beobachten. Besonders in schwer zugänglichen Gebieten sind Prävention und die Versorgung der Menschen unzureichend. Dies ist weitgehend auf eine Überlastung und zu geringe Personalstärke und Ressourcen des Gesundheitsministeriums von Myanmar zurückzuführen. Aufgrund des Mangels an personellen Ressourcen in den Teams des Nationalen Malaria-Kontrollprogramms vor Ort sowie an Basisgesundheitspersonal in ländlichen und unterversorgten Gebieten ist die Diagnoserate von Malariafällen niedrig. Oftmals kann das Basisgesundheitspersonal die zu behandelnden Patienten nicht erreichen, da viele Gegenden sehr abgelegen sind. Die Dörfer liegen weit auseinander und der Zugang zu den Straßen ist schwierig. Darüber hinaus mangelt es auch lokalen ethnischen Gruppen und der mobilen Bevölkerung in den Grenzgebieten aufgrund der schwierigen Transportmöglichkeiten und begrenzter Informationen an Zugängen zu Malariabehandlung, -prävention, -pflege und -unterstützung.

Tuberkulose

Jährlich erkranken weltweit etwa 10 Millionen Menschen an Tuberkulose, die die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten anführt. Sie ist auch in Myanmar eines der größten Gesundheitsprobleme. Malteser International führt ein gemeindebasiertes Projekt zur Tuberkuloseversorgung und -bekämpfung in sieben Townships im östlichen Shan Staat durch. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen TB-Programm durchgeführt Aufgrund des Mangels an personellen Ressourcen in den Teams des Nationalen TB-Programms vor Ort sowie des Basisgesundheitspersonals in ländlichen und unterversorgten Gebieten ist die Diagnoserate von TB niedrig. Zugleich ist die Rate der Menschen, die die Medikation nicht konsequent einnehmen können, hoch, da das staatliche Gesundheitspersonal aufgrund begrenzter Ressourcen die in Behandlung befindlichen Patienten nicht erreichen kann.

  • Eliminierung der besonders gefährlichen Malaria tropica in den Projektgebieten des östlichen Shan Staates
  • Nachhaltige Reduzierung der Tuberkulose-Infektionen, Behandlungsabbrüche und Todesfälle
  • Sicherer Zugang der Bevölkerung zu angemessener TB- und Malaria-Diagnose, -Behandlung und -Betreuung in Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitsprogrammen
  • Minderung des Risikos von Resistenzbildung gegenüber Medikamenten durch abgebrochene Behandlungen
  • Ausbildung von Gemeindegesundheitshelferinnen und -helfern sowie Hilfshebammen zu DOTS*-Betreuern
  • Ausbildung von Gemeindegesundheitshelferinnen und -helfern in der Diagnose und Behandlung von Malaria und Ausstattung mit Medikamenten
  • Ausstattung der DOTS-Betreuerinnen und -Betreuer mit Fahrrädern zur Steigerung ihrer Mobilität
  • Informationskampagnen in den Dörfern zur Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Tuberkulose und Malaria
  • Sicherstellung von Diagnosemöglichkeiten für Tuberkulose und Malaria in den ländlichen Gesundheitszentren und dem örtlichen Krankenhaus durch verbesserte Ausstattung der Laboreinrichtungen und gezielte Fortbildung von Laboranten
  • Kontinuierliche Behandlung von Tuberkulose und Malaria durch die Betreuung der Patienten und Patientinnen auf Dorfebene mit Hilfe von Gemeindegesundheitshelferinnen -und -helfern und damit Senkung der Abbruchraten
  • Verteilung von Moskitonetzen als Präventionsmaßnahme gegen Malaria

 

* DOTS: Der Begriff "Directly Observed Treatment Scheme" bezeichnet eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Strategie zur Behandlung und Ausbreitungskontrolle der Tuberkulose. Sie wurde in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt und ist bis heute Kernstück der so genannten "Stop TB Strategy" der WHO. 

Länderinfos

Hauptstadt: Naypyidaw
Fläche: 676.578 km²
Bevölkerung: ca. 51,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit 2004
Finanzierung: Asian Development Bank, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, UNDP, 3DF - Three Diseases Fund (UNOPS), 3MDG, Global Fund, World Food Programme und Spenden
Partner: Dörfliche Gesundheitshelfer, Lokale Gesundheitsbehörden, Nationales TB und Malaria Kontrollprogramm

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