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HIV/AIDS und Tuberkulose vorbeugen und heilen

Neben Malaria und Tuberkulose stellt HIV/AIDS eines der größten Gesundheitsprobleme in Myanmar dar. Die Infektionsrate von HIV/AIDS steigt rapide und erreicht unter besonders stark gefährdeten Bevölkerungsgruppen epidemische Ausmaße. Der Shan Staat im Osten Myanmars weist besonders hohe Infektionsraten auf. Das Projektgebiet von Malteser International umfasst daher betroffene Gebiete in der Grenzregion zu China, Laos und Thailand (Kyainge Tong und Tachileik Townships; Shan Special Region IV; Wa Special Region II). Die Regionen Wa und Shan Special an der Grenze zwischen Myanmar und China sind besonders abgelegen und vernachlässigt. Die zum größten Teil ländliche und verarmte multi-ethnische Bevölkerung hat keine gemeinsame Sprache und leidet zu 40 bis 60 Prozent des Jahres unter Nahrungsmittelmangel. Die Infrastruktur ist schlecht, das Bildungsniveau gering und immer weniger Menschen leben dauerhaft an einem Ort. Gleichzeitig floriert der Handel in Grenzstädten wie Tachileik im Goldenen Dreieck an der Grenze zu Thailand oder in den Sonderzonen in Monglar und Pangkam und die dort meist in der Umgebung von Spielkasinos entstandene Unterhaltungsindustrie hat die Region zu einem Brennpunkt für HIV/AIDS gemacht.

2003 führte Malteser International erste Projekte im Shan Staat in den so genannten “ Special Regions” durch. Dies sind abgelegene und von verschiedenen Minderheiten (z. B. den Wa) bewohnte Gebiete, die als Grenzland zu China, Laos und Thailand Teil des “Goldenen Dreiecks” bilden und über weitreichend autonome Regierungsstrukturen verfügen. Seit 2003 setzen wir uns in der schwer zugänglichen Wa Special Region II und in der Shan Special Region IV für eine bessere Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung sowie für mehr Hygiene ein. Mit unseren ersten Projekten konzentrierten wir uns auf Kontrollmaßnahmen gegen Malaria. Seit 2004 setzen wir hier ein umfassendes HIV/AIDS-Programm um. Im Jahr 2011 weiteten wir das HIV/AIDS-Programm auf die Städte Kyainge Tong und Tachileik aus und ergänzten es 2015 durch ein Projekt zur Prävention und Behandlung von Tuberkulose.

Unser Projekt ist das einzige dieser Art in der gesamten Region. Es zielt darauf ab, durch Prävention, Bekämpfung von Stigmatisierung und Behandlung einschließlich Bereitstellung von Medikamenten die weitere Ausbreitung von HIV und TB in der Region zu verhindern. Dabei arbeiten wir eng mit dem nationalen AIDS- und TB-Programm Myanmar, den lokalen Gesundheitsbehörden und weiteren humanitären und entwicklungsorientierten internationalen Hilfsorganisationen zusammen.

Neben der Diagnose und Behandlung von Tuberkulose, sexuell übertragbaren Krankheiten und HIV/AIDS bilden Gesundheitserziehung und Aufklärungskampagnen für die breite Öffentlichkeit und besonders betroffene Bevölkerungsgruppen in der Region wie Prostituierte, LKW-Fahrer, uniformiertes Personal und Jugendliche zentrale Bereiche unseres Programms. Außerdem achten wir besonders darauf, die bereits Infizierten sowie Mitglieder von Risikogruppen besonders aktiv in unsere Arbeit einzubeziehen.

  • Verringerung der mit HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten verbundenen Risiken, der Anfälligkeit und der Auswirkungen auf Risikogruppen
  • Nachhaltige Reduzierung der TB-Krankheitsziffer, Behandlungsabbruchraten und Sterbefälle
  • Sicherer Zugang der Bevölkerung zu angemessener HIV- und TB-Diagnose, Behandlung und Betreuung der Patienten in Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitsprogrammen
  • Verbesserung der Prävention von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bei Männern und Frauen
  • Umfassende Betreuung, Unterstützung und Behandlung von Menschen mit HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie deren Angehörige
  • Verbesserung der Kompetenzen und der Ausstattung des Gesundheitssystems und des nationalen AIDS- und TB-Programms sowie Unterstützung mit qualifiziertem Personal
  • Unterstützung von Selbsthilfe-Initiativen von mit HIV/AIDS Betroffenen und deren Angehörigen

  • Durchführung von Gesundheitskampagnen über Gesundheit, um die Bevölkerung über die Übertragung von TB, HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten aufzuklären
  • Auswahl und Training von gleichaltrigen Gesundheitsberatern (peer educators) sowie DOTS-Betreuern (Directly Observed Treatment Scheme) für die TB-Behandlung
  • Errichtung und Instandhaltung von Kliniken zur Behandlung sowie von Zentren für freiwillige und vertrauliche Tests und Beratung
  • Umfassende Behandlung (auch mit antiretroviralen Medikamenten) sowie gemeinde- und familienbasierte Pflege und Unterstützung für Menschen, die mit HIV/AIDS leben
  • Einsatz für die Integration von Gesundheitsleistungen für sexuell übertragbare Krankheiten und HIV/AIDS in das schon bestehende Netzwerk öffentlicher und privater Gesundheitseinrichtungen
  • Ausbildung von Gesundheitshelfern, lokalen Ärzten, Labortechnikern und anderem medizinischen Personal im öffentlichen und privaten Gesundheitssektor
  • Aufbau einer Gemeinschaft für von HIV/AIDS Betroffene und deren Angehörige mit Häusern, Gärten und Tierhaltung
  • Gezielte Verteilung von Nahrungsmitteln an besonders bedürftige Familien zur Unterstützung des Heilungsprozesses und Linderung der sozio-ökonomischen Folgewirkungen der Erkrankung

Länderinfos

Hauptstadt: Naypyidaw
Fläche: 676.578 km²
Bevölkerung: ca. 51,5 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit 2004
Finanzierung: Asian Development Bank, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, UNDP, 3DF - Three Diseases Fund (UNOPS), 3MDG, Global Fund, World Food Programme und Spenden
Partner: Myanmar National AIDS- und TB-Programm, lokale Gesundheitsbehörden

Letzte Änderung: Juli 2016

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