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Stärkung der Widerstandsfähigkeit in von Erdbeben betroffenen Gemeinden in Nepal

Regelmäßige Erdbeben, eine schlechte Einkommenssituation, fehlender Zugang zu sauberem Wasser, mangelnde Kapazitäten in der Katastrophenvorsorge und weitverbreitete Stigmatisierung psychischer Erkrankungen prägen das Bild vieler Gemeinden in Nepal. Die Corona-Pandemie kommt hier erschwerend hinzu. Um diese benachteiligten Gemeinden umfassend zu unterstützen, haben wir ein inklusives Gemeindeentwicklungsprojekt zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Bewältigung der Corona-Pandemie in von Erdbeben betroffenen Gemeinden im Distrikt Nuwakot in Nepal auf die Beine gestellt.

Dafür kooperieren wir mit den beiden nepalesischen Partnerorganisationen RSDC und KOSHISH.

Die ländliche Gemeinde Panchakanya (16.388 Einwohner) im Distrikt Nuwakot nördlich der Hauptstadt Kathmandu erlebt wiederkehrend zahlreiche kleinere und größere Naturkatastrophen wie Erdbeben, Erdrutsche und Überflutungen. Das schwere Erdbeben im Jahr 2015 in Nepal traf die Region besonders hart. Viele Menschen starben, Land und Besitze der Menschen erlitten große Schäden. Die Bevölkerung von Panchakanya, hauptsächlich ethnische Minderheiten und Angehörige der untersten Kasten, ist besonders marginalisiert und hatte schon vorher Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Erdbeben, seine Folgen (verstärkte Erosion, Erdrutsche, Verknappung des Wassers), eine schwache Infrastruktur und eine ungeplante Landnutzung führen zur Degradierung, also einer Verschlechterung der ohnehin knappen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Der Bevölkerung fehlt es an Kapazitäten, ihre Ernten und Erzeugnisse zu steigern oder alternative Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln. Auch sind Schutzmaßnahmen, um sich an die sich verändernde Situation anzupassen und für neue Katastrophen zu wappnen, noch nicht ausreichend bekannt. Diese widrigen Lebensumstände führen oftmals zu einer starken psychischen Belastung der Menschen – gerade nach größeren Katastrophen. Vielerorts erfährt die Thematik um psychische Gesundheit Stigmatisierung. Aufklärung zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten durch das Gesundheitssystem sind wenig verbreitet.

Corona-Situation in Nepal

Die weltweite Corona-Pandemie hat auch in Nepal zu einer starken Einschränkung des öffentlichen Lebens geführt. Neben den positiven Effekten der Lockdowns – der Eindämmung der Pandemie – hat die Bevölkerung ebenso mit abrupten Einkommensverlusten für Tagelöhner, einer eingeschränkten Versorgung mit essenziellen Gütern wie Lebensmitteln und auch den psychologischen Effekten der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zu kämpfen.

Nachdem im April 2021 in Indien durch eine neue Coronavirusmutation ein rasanter Anstieg an Neuinfektionen und Todesfällen verzeichnet wurde, vermeldet auch Nepal im Mai 2021 täglich neue Covid-19-Höchstwerte. Das ohnehin schwache Gesundheitssystem ist überfordert und steht vor einem Kollaps. Die Zustände sind katastrophal.

Ziel des Projekts ist es, die Widerstandsfähigkeit der armen Bevölkerung in Panchakanya (Distrikt Nuwakot) ganzheitlich zu stärken und ihnen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu helfen. Dazu streben wir folgende Unterziele an:

  • Verbesserte Einkommenssituation
  • Geförderte Gemeindeentwicklung
  • Verbesserte Wasser- und Sanitär- und Hygieneversorgung
  • Minderung der Anfälligkeit für Katastrophen
  • Verbesserte Versorgung von Betroffenen mit psychischen Belastungen/Störungen

Um die Widerstandsfähigkeit der armen Bevölkerung zu stärken, führen wir durch unsere Partner und mit der Bevölkerung folgende Aktivitäten durch:

  • Wir unterstützen beim Aufbau und der Schulung von Einkommensgruppen und Kooperativen im landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Bereich.
  • Wir führen Schulungen zu nachhaltigen Anbaumethoden und Landmanagement durch.
  • Schulungen im außersaisonalen Gemüseanbau und in der Anlage von Kleingärten werden angeboten.
  • Wir bauen Obstbaumschulen und Gärtnereien für Gemüsesetzlinge auf.
  • Wir führen Schulungen zu Kleinunternehmertum durch und fördern dieses.
  • Bewässerungssysteme werden wiederaufgebaut, Regenwassersammelbecken eingeführt und Wasserspeicherbecken gebaut.
  • Wir führen Aufklärungsmaßnahmen zu Trinkwasser und Sanitärversorgung durch.
  • Wir betreiben Hygieneaufklärung (mit besonderem Fokus auf Menstruationshygiene) in Gemeinden, Schulen und bei Entscheidungsträgern.
  • Wir klären über Katastrophenvorsorge in Schulen und Gemeinden auf.
  • Wir führen Aufklärungsmaßnahmen in der Bevölkerung zu psychischer Gesundheit und psychosozialen Einschränkungen durch.
  • Wir bauen Kapazitäten in Gesundheitseinrichtungen und bei Gesundheitsmitarbeitenden zur Erkennung und Behandlung psychischer Probleme auf.
  • Gesundheitsdienstleistungen im Bereich psychische Gesundheit werden angeboten.
  • Schulinitiativen im Bereich psychische Gesundheit und psychosoziale Einschränkungen werden eröffnet.
  • Wir gründen und unterstützen Selbsthilfegruppen.
  • Wir leisten Lobbyarbeit zum Thema psychische Gesundheit auf nationaler, Provinz- und lokaler Ebene.

 

Unsere Corona-Hilfen:

  • Wir unterstützen Gesundheitszentren in der Aufnahme und im Umgang mit Covid-19-Fällen.
  • Wir klären die Bevölkerung zu Covid-19 auf.
  • Wir unterstützen die Vermarktung landwirtschaftlicher Produktion für eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung.
  • Wir versorgen Menschen mit psychischen Problemen und deren Familien während der Covid-19-Pandemie.
  • Wir schulen Schlüsselpersonen in psychologischer Erstversorgung.
  • Wir klären in der Bevölkerung zur psychologischen Belastung durch die Corona-Pandemie.

 

Länderinfos

Hauptstadt: Kathmandu 
Fläche: 147.181 km²
Bevölkerung: ca. 28,6 Millionen

Projektdaten

Finanzierung: BMZ, Spenden
Partner: Rural Self-Reliance Development Centre (RSDC), KOSHISH (National Mental Health Self-help Organization)

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