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Mobile Gesundheitsversorgung für syrische Flüchtlinge und krisenbetroffene Libanesinnen und Libanesen

Mit dem Ausbruch des Syrienkrieges hat der Libanon 17,5% aller weltweit registrierten syrischen Geflüchtete Zuflucht gewährt und verzeichnet die höchste Flüchtlingsbevölkerung pro Kopf der Welt. Heute befinden sich schätzungsweise 1,5 Millionen Syrerinnen und Syrerin in dem Land mit 6,8 Millionen Einwohnern. Das ist eine gewaltige Herausforderung für den Gesundheitssektor. Angesichts des bereits fragilen öffentlichen Gesundheitssystems und der derzeitigen wirtschaftlichen Krise im Libanon fehlt es den Gesundheitszentren und Krankenhäusern an finanziellen Mitteln, um die Geflüchteten und vulnerable Libanesinnen und Libanesen angemessen versorgen zu können. Hinzu kommt, dass viele der Geflüchteten in den ärmsten Regionen des Libanons leben, die von fehlender Infrastruktur in allen Bereichen charakterisiert sind. Laut einer EU-finanzierten multisektoralen Studie bedurften 2021 83% der libanesischen Haushalte und 86% der syrischen Haushalte externe Unterstützung, da mindestens ein Haushaltsmitglied trotz Bedarf keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung hatte.

Aus diesem Grund betreibt Malteser International mit seiner lokalen Partnerorganisation, dem libanesischen Malteserorden, vier mobile Gesundheitsstationen, um die medizinische Grundversorgung in den Provinzen Akkar, Baalbek, Nabatieh und Südlibanon sicherzustellen. Sowohl syrische Geflüchtete als auch krisenbetroffene Libanesinnen und Libanesen haben somit Zugang zu kostenloser medizinischer Behandlung und Medikamenten. Wenn nötig, werden sie für die sekundäre und tertiäre Gesundheitsversorgung in ein Gesundheitszentrum, Labor oder Krankenhaus überwiesen. 

Akkar

Der Nordlibanon ist eine der ärmsten Regionen des Landes. Zusätzlich zu vorhandenen Strukturproblemen verzeichnet er seit Beginn des Syrienkriegs einen starken Zustrom syrischer Geflüchteter aufgrund seiner Nähe zu den Regionen Homs, Hama und Idlib. Die hohe Zahl der Geflüchteten im Vergleich zur Einwohnerzahl belastet die Wasser- und Stromversorgung, die Abfallwirtschaft und andere Grundversorgungen erheblich. Die Mehrheit der syrischen Geflüchteten in der Region lebt in schwierigen städtischen und semi-urbanen Bedingungen; viele Geflüchtete leben auch in informellen Zeltsiedlungen und Sammelunterkünften. Laut einer Analyse von OCHA aus dem Jahr 2021 bildet Akkar auch das Gouvernement mit der höchsten Zahl an vulnerabler libanesischer Bevölkerung, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Ernährung.

Bekaa-Ebene

Aufgrund der weitläufigen Grenze zu den Bezirken Damaskus und Homs in Syrien sind in der Bekaa-Ebene die Auswirkungen des Syrienkriegs besonders stark zu spüren. Circa die Hälfte der Bevölkerung besteht aus syrischen Geflüchteten. Im Vergleich zum Gesamtlibanon sind die anwohnenden Syrerinnen und Syrer besonders von Armut betroffen und leben am häufigsten in informellen Zeltsiedlungen. Ebenso ist die libanesische Bevölkerung von Vulnerabilität geprägt. Laut OCHA ist die Arbeitslosenquote eine der höchsten des Landes und circa 84% der Haushalte leben unterhalb der Armutsgrenze.

Nabatieh

Das Gouvernement Nabatieh ist aufgrund der Grenze zu Israel und der daraus resultierenden schlechten Sicherheitslage, insbesondere in der Vergangenheit, eine mit sozialen Dienstleistungen unterversorgte Region. Die Existenz von Minenfeldern führt zu ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen; grenzüberschreitende Sicherheitsvorfälle treten regelmäßig auf. Aufgrund der kurzen Grenze zu Syrien leben hier im Vergleich zum Rest des Landes verhältnismäßig wenige syrische Geflüchtete. Bereits 2019 zählten laut OCHA neben den syrischen Geflüchteten aufgrund der Wirtschaftskrise doppelt so viele Libanesinnen und Libanesen zur vulnerablen Bevölkerungsgruppe.

Südlibanon

Auch das Gouvernement Südlibanon ist durch die schlechte Sicherheitslage aufgrund der Grenze zu Israel eine unterversorgte Region. Das Gouvernement besitzt keine Grenze zu Syrien, weshalb nur circa 10% aller syrischer Geflüchteter im Libanon im Gouvernement Südlibanon leben. Auch in diesem Gouvernement herrscht nicht nur innerhalb der syrischen Bevölkerung große Not, sondern betrifft aufgrund der Wirtschaftskrise auch eine Vielzahl vulnerabler Libanesinnen und Libanesen.

Unser Ziel ist es, die Gesundheitssituation von syrischen Geflüchteten und krisenbetroffenen Libanesinnen und Libanesen zu verbessern, die in den entlegenen Gebieten der Provinzen Akkar, Baalbek, Nabatieh und Südlibanon leben.

Dies soll zum einen durch einen verbesserten Zugang zu primärer Gesundheitsversorgung und der Bereitstellung von Überweisungen zu sekundären, spezialisierten Gesundheitsdienstleistern und zum anderen durch Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention innerhalb der Bevölkerung erreicht werden. Außerdem sollen die bereits bestehenden Synergien zwischen den vier mobilen Gesundheitsstationen und den elf fixen Gesundheitszentren, die unser Partner der libanesische Malteserorden im ganzen Land betreibt, weiter ausgebaut werden.

  • Betrieb von vier mobilen Gesundheitsstationen, die monatlich jeweils rund 1.800 medizinische Behandlungen durchführen
  • Überweisung von Patientinnen und Patienten ins Gesundheitszentrum oder ins Krankenhaus für weitergehende Untersuchungen und sekundäre Behandlungen
  • Hausbesuche und bei Bedarf inklusive Physiotherapiebehandlungen für bewegungseingeschränkte Patientinnen und Patienten
  • Stärkung der präventiven Gesunderhaltungskapazitäten der Bevölkerung durch Gesundheits- und Hygienekampagnen
  • Stärkung des sozialen Zusammenhalts in der Bevölkerung durch Sensibilisierungs- und Aufklärungsveranstaltungen
  • Überwachung von Grundursachen von Krankheitsausbrüchen und Prävention lokal auftretender Gesundheitsrisiken durch die Verteilung von Basis-Hygiene-Kits und gezielte Aufklärungskampagnen

Sehen Sie sich im Video unsere mobilen Kliniken im Einsatz an.

Länderinfos

Hauptstadt: Beirut
Fläche: 10.452 km²
Bevölkerung: ca. 6,8 Mio. 

Projektdaten

Projektlaufzeit: Januar 2023- März 2025

Finanzierung: Aktion Deutschland Hilft, Auswärtiges Amt, Spenden
Partner: Libanesischer Malteserorden

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