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Mobile Gesundheitsversorgung für syrische Flüchtlinge und gefährdete Libanesen

Mit dem Ausbruch des Syrienkrieges hat der Libanon 17,5% aller weltweit registrierten syrischen Flüchtlinge Zuflucht gewährt und verzeichnet die höchste Flüchtlingsbevölkerung pro Kopf der Welt. Heute befinden sich schätzungsweise 1,5 Millionen Syrer in dem Land mit 6,8 Millionen Einwohnern. Das ist eine gewaltige Belastung für den Gesundheitssektor. Angesichts des bereits fragilen öffentlichen Gesundheitssystems fehlt es den Gesundheitszentren und Krankenhäusern an finanziellen Mitteln, um die Flüchtlinge angemessen versorgen zu können. Hinzu kommt, dass viele der Flüchtlinge in den ärmsten Regionen des Libanons leben, die von fehlender Infrastruktur in allen Bereichen charakterisiert sind. Aus diesem Grund betreibt Malteser International mit seiner lokalen Partnerorganisation, der libanesischen Assoziation des Malteserordens, drei mobile Gesundheitsstationen, um die medizinische Grundversorgung in den Provinzen Akkar, Baalbek und Nabatieh sicherzustellen. Sowohl syrische Flüchtlinge als auch bedürftige Libanesen haben somit Zugang zu kostenloser medizinischer Behandlung und Medikamenten. Wenn nötig, werden sie für die sekundäre Gesundheitsversorgung in ein Gesundheitszentrum oder Krankenhaus überwiesen. 

Akkar

Die Provinz Akkar im Norden des Landes gehört zu den ärmsten und wenig entwickeltsten Regionen im Libanon. Dort haben viele syrische Flüchtlinge, von denen die Mehrzahl Frauen und Kinder sind, Zuflucht in leerstehenden Gebäuden, Baustellen oder Zelten gesucht. Ihre Lebensbedingungen verschlechtern sich kontinuierlich. Insgesamt 70 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze. Auch die Anzahl der bedürftigen Libanesen ist seit 2011 um fast zwei Drittel gestiegen, die Arbeitslosigkeit hat sich verdoppelt. Viele Libanesen in Akkar stehen in Folge ähnlichen Problemen wie die Flüchtlinge gegenüber und können kaum grundlegende Bedürfnisse decken. Die ärmlichen Lebensbedingungen der Flüchtlinge haben direkte negative Auswirkungen auf ihre Gesundheitssituation. Laut einer UNHCR-Studie können sich jedoch rund 20 Prozent der syrischen Flüchtlinge, die eine Behandlung im Krankenhaus benötigen, diese nicht leisten.

Bekaa-Ebene

In der weiter südlich gelegenen Bekaa-Hochebene sind besonders viele Flüchtlingscamps eingerichtet. Die sanitären Bedingungen sind schockierend und menschenunwürdig. Auch hier herrschen dieselben Probleme wie in Akkar: Es mangelt an ausreichender Grundversorgung – in jeder Hinsicht. Zusätzlich erschwert das extreme Klima mit sehr niedrigen Temperaturen im Winter und bis zu 40 Grad Hitze im Sommer die Bewältigung des Alltags. Die Bewohner der Camps leiden vor allem an Infektionskrankheiten und posttraumatischen Störungen. Nicht wenige von ihnen sind aufgrund des Erlebten und der Aussichtlosigkeit ihrer Situation schwer depressiv.

Nabatieh

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage in der Vergangenheit ist Nabatieh, die südliche Grenzregion zu Israel, nur schwach mit sozialen Dienstleistungen versorgt. Vor allem jene Menschen, die in den entlegenen Dörfern dieser Region leben, haben oft keine Transportmöglichkeiten und sind daher auf mobile Gesundheitsversorgung angewiesen.

Unser Ziel ist es, die Gesundheitssituation von syrischen Flüchtlingen und bedürftigen Libanesen zu verbessern, die in den entlegenen Gebieten der Provinzen Akkar, Baalbek und Nabatieh leben. Dies soll zum einen durch einen verbesserten Zugang zu primärer und sekundärer Gesundheitsversorgung und zum anderen durch die Stärkung präventiver Gesunderhaltungskapazitäten der Bevölkerung erreicht werden. Ebenso sollen Grundursachen für lokal auftretende Krankheitsausbrüche eingehend analysiert und folglich eingedämmt werden sowie der soziale Zusammenhalt in der Bevölkerung erhöht und das Bewusstsein über Vorurteile geschärft werden.

  • Betrieb von drei mobilen Gesundheitsstationen, die monatlich jeweils rund 1.200 medizinische Behandlungen durchführen
  • Überweisung von Patienten ins Gesundheitszentrum oder ins Krankenhaus für weitergehende Untersuchungen und sekundäre Behandlungen
  • Stärkung der präventiven Gesunderhaltungskapazitäten der Bevölkerung durch Gesundheits- und Hygienekampagnen
  • Stärkung des sozialen Zusammenhalts in der Bevölkerung durch Sensibilisierungs- und Aufklärungsveranstaltungen
  • Überwachung von Grundursachen von Krankheitsausbrüchen und Prävention lokal auftretender Gesundheitsrisiken durch die Verteilung von Basis-Hygiene-Kits und gezielte Aufklärungskampagnen

 

Corona-Maßnahmen:

  • Verbesserte Ausstattung der drei mobilen Kliniken und der jeweiligen Gesundheitseinrichtungen mit Desinfektionsmitteln, Hygieneartikel, persönlicher Schutzausrüstung, zusätzlichen Medikamenten und Verbrauchsmaterialien
  • Coronagerechte Anpassung der drei mobilen Einheiten, u.a. durch die Einrichtung aufstellbarer Isolierstationen und separater Wartebereiche

Sehen Sie sich im Video unsere mobilen Kliniken im Einsatz an.

Länderinfos

Hauptstadt: Beirut
Fläche: 10.452 km²
Bevölkerung: ca. 4,8 Mio. registrierte Einwohner
Religionen/Kirchen: 18 anerkannte Religionsgemeinschaften

Projektdaten

Finanzierung: Aktion Deutschland Hilft, Auswärtiges Amt, Spenden
Partner: Libanesische Assoziation des Malteserordens
 

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