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Von Not und Hoffnung – Wie Shahed lernte, ihre Gefühle in Bildern auszudrücken

"Seit meiner Ankunft in der Türkei habe ich das Leben endlich in Farben gesehen", sagt das syrische Mädchen Shahed (Foto: Johanna Osswald/Malteser International).

Reyhanli. Ein schwarzes und rotes Herz: Ein Bild, das auf den ersten Blick unbedeutend erscheint, offenbart eine Lebensgeschichte von Not und Hoffnung. "Seit meiner Ankunft in der Türkei habe ich das Leben endlich in Farben gesehen", sagt Shahed. Der Alltag des syrischen Mädchens vor ihrer Flucht war vom Krieg geprägt. Farbe gab es keine, sie malte mit einem grauen Bleistift. Nun lebt die Zehnjährige in der Türkei und erzählt uns ihre Geschichte und was ihre Bilder für sie bedeuten.

In Syrien lebte Shahed, die jüngste von vier Geschwistern, in ständiger Angst. "Wir sind wegen des Kriegs oft umgezogen, nirgends waren wir sicher", sagt sie. Wie für jedes Kind in ihrem Alter waren die vielen Ortswechsel schwierig für sie. Sie befürchtete, dass sie keine neuen Freunde finden würde. Dann, vor fast einem Jahr, kam Shahed gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern nach Reyhanli, einer kleinen Stadt im Süden der Türkei an der Grenze zu Syrien. „Hier fühle ich mich sicher“, sagt sie.

In Reyhanli hat Shahed nun einen geschäftigen Alltag. Am Morgen geht sie zur Schule und am Nachmittag in die Kinderbetreuung der Maram Foundation, die von Malteser International unterstützt wird. Hier kann sie mit den anderen Kindern spielen, malen und am Englisch- und Mathematikunterricht teilnehmen.

Der Kinderhort Reyhanli bietet eine stabile und fürsorgliche Umgebung für syrische Kinder

Durch das Malen und Zeichnen können die Kinder Erlebtes verarbeiten und ihre Wünsche oder Hoffnungen ausdrücken (Foto: Johanna Osswald/Malteser International)

Die Kinder, die im Krieg und auf der Flucht oft Schlimmes erlebt haben, erhalten im Kinderhort psychosoziale Betreuung. Kunst spielt hierbei eine zentrale Rolle. Durch das Malen und Zeichnen können die Kinder Erlebtes verarbeiten und ihre Wünsche oder Hoffnungen ausdrücken.

Shaheds lebendige Zeichnungen, die die Wände des Kinderhorts zieren, fallen sofort ins Auge. Eines der Bilder zeigt ein kleines Mädchen, das in einer grünen Umgebung am Fuße der Berge lebt. Sie liebe es, die Natur zu malen. „Es ist eine Landschaft, die mich beruhigt und glücklich macht“, sagt Shahed. Mit ihrer Kunst hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Gefühle in Bilder und Farben zu übersetzen und ihre Lebensreise zu erzählen – von der Angst in Syrien bis hin zum Frieden und der Sicherheit in der Türkei.

Seit mehr als acht Jahren tobt Krieg in Syrien. Mehr als 12 Millionen Menschen mussten ihre Häuser auf der Suche nach einem sichereren Leben verlassen. In der Türkei unterstützt Malteser International syrische Flüchtlinge und hilft ihnen bei der Integration in die türkische Gesellschaft. Dank des Kinderhorts in Reyhanli können sich syrische Flüchtlingskinder in einer stabilen, fürsorglichen Umgebung entwickeln und erhalten Zeit und Raum, sich mit ihren Wünschen für die Zukunft zu beschäftigen.

Auf die Frage, was sie später gerne einmal machen möchte, antwortet Shahed: "Ich will Lehrerin werden. Ich möchte Kindern, die wie ich einer unbeschwerten Schulzeit beraubt wurden, eine Ausbildung bieten, die ihnen Hoffnung für ihre Zukunft gibt.''

März 2019

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