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Südsudan: Ein selbstbestimmtes Leben trotz Lepra

Lepra ist eine der vernachlässigten Krankheiten im Südsudan. Die Angst vor der Krankheit führt zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Leprapatienten. Manche Erkrankten werden sogar von ihrer Familie und Gemeinde verstoßen.

Wir unterstützen seit 2010 rund 456 Menschen in einem Dorf für Leprakranke in der Nähe der zentral gelegenen Stadt Rumbek. Seitdem konnten alle Bewohner des Dorfes von der Lepra geheilt werden. Doch die Folgen der Krankheit an Händen und Füßen bleiben. Pflege und Schutz sind hier besonders wichtig, um Infektionen, die durch Schnitte oder Verbrennungen entstehen, zu vermeiden. Hierzu klären wir die Dorfbewohner über Hygiene auf und verteilen Seife, Vaseline und spezielle Schuhe.

Darüber hinaus versorgen wir die Familien im Dorf mit Material für den Bau von Häusern und die Anlage von Gemüsegärten. Wir verteilen Saatgut und schulen die Dorfbewohner in der Landwirtschaft, um sicherzustellen, dass sich das Dorf weiterhin selbständig versorgen kann. Bereits jetzt bilden die Dorfbewohner eine starke Gemeinschaft, die sich trotz ihrer Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben.

Nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 wurden die Hoffnungen auf eine rasche und positive Entwicklung im jüngsten Land der Welt durch den Ausbruch des Bürgerkriegs im Dezember 2013 zunichtegemacht. Seitdem wurde fast die Hälfte der Bevölkerung gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen.

In der Gegend um die Stadt Rumbek haben die vielen Jahre wiederkehrender Konflikte ihre Spuren hinterlassen. Viele Menschen leiden an Mangelernährung, da aufgrund der Konflikte die Bauern ihre Felder nicht mehr bestellen konnten. Die wirtschaftliche Gesamtsituation verschärft die schwierige Ernährungssituation noch weiter. Sogar einfache Nahrungsmittel sind aufgrund von extremen Preissteigerungen für die Menschen unerschwinglich geworden.

Für Leprapatienten und ihre Familien kommen zu diesen Problemen noch weitere Schwierigkeiten hinzu: Aufgrund ihrer Krankheit erfahren sie oftmals Diskriminierungen und werden aus ihren Dorfgemeinschaften ausgeschlossen. Ihre Kinder erhalten oft keine Schulbildung. Besonders ältere Leprapatienten, die erst spät eine angemessene medizinische Betreuung erhielten, leiden heute unter Missbildungen an Händen und Füßen. Um ihnen trotz ihrer besonderen Bedürfnisse und den Folgen des Bürgerkriegs ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, unterstützen wir diese Menschen im Bereich Ernährung, Wasser und Hygiene.

  • Stärkung der lokalen Kapazitäten zur Ernährungssicherung
  • Sicherer Zugang zu Wasser für Körperhygiene und Bewässerung der Anbauflächen
  • Schutz vor Infektionen der von Lepra betroffenen Gliedmaßen
  • Integration der Leprapatienten und ihrer Familien in die Gesellschaft

  • Verteilung von Saatgut und Durchführung von Schulungen zur Landwirtschaft
  • Bereitstellung von Baumaterial zur Instandhaltung von Häusern und Feldern der Familien
  • Bohrung eines Brunnens zur sicheren Trinkwasserversorgung
  • Verteilung von Hygiene- und Pflegeartikeln wie Seife und Vaseline sowie Durchführung von Hygienetrainings
  • Verteilung von Nähmaschinen und Fahrrädern

Länderinfos

Hauptstadt: Juba
Fläche: 644.329 km²
Bevölkerung: ca. 12 Millionen

Projektdaten

Laufzeit: seit 2010
Finanzierung: Spenden und Eigenmittel

Letzte Änderung: August 2018

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