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Sallo Guyo Wario hat eine solche Plage noch nie erlebt

Sallo Guyo Wario erhält eine Geldanweisung auf ihr Handy als Soforthilfe. Foto: PACIDA/Malteser International

Sallo Gurio Wario aus dem Distrikt Marsabit in Kenia nennt sie nur Insekten. Die Zoologen haben den rund 9 Zentimeter großen Tieren den Namen Wüstenheuschrecke gegeben. Zu Millionen fallen die Schwärme seit Monaten über die Weideflächen im Nordosten Kenias her und vernichten alles Grün. Sallo Wario lebt mit ihrer Familie von der Viehwirtschaft und die Heuschrecken bedrohen jetzt ihre Existenz.
„Diese Insektenschwärme sind in unser Dorf eingedrungen und haben alle Weiden zerstört. Das ist ein großes Problem für uns. Denn unser Vieh wird nur Milch und Fleisch geben, wenn es auf den Weideplätzen genug zu fressen hat. Durch die Insekten ist nun alles kahlgefressen und so ist schon die Milchproduktion der Kühe und Ziegen beeinträchtigt worden“, sagt Sallo.

Bereits Ende vergangenen Jahres zogen die ersten Schwärme über das Horn von Afrika. Äthiopien, Somalia, Uganda und der Südsudan sind neben Kenia von der Plage betroffen. Auch in asiatischen Ländern wie Pakistan und Indien fressen die Schwärme alles kahl.

Es ist die schwerste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten

Zwischen ein und zwei Millionen Heuschrecken bilden einen Schwarm. Foto: PACIDA/Malteser International

In Kenia gab es gar seit 70 Jahren keine solche Plage mehr. Einer der beobachteten Schwärme maß 60 mal 40 Kilometer. Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, geht davon aus, dass die Schwärme noch bis zum Ende dieses Jahres die Felder und Weideflächen vernichten werden. Ein Heuschreckenschwarm vertilgt täglich so viel Nahrung, wie rund 35.000 Menschen.

In Kenia haben die veränderten Klimabedingungen dazu geführt, dass sich die Wüstenheuschrecken in den vergangenen Monaten in so großer Zahl vermehren konnten. „Im vergangenen Jahr hat die Region im Nordosten des Landes zunächst unter einer Dürre gelitten, anschließend folgten schwere Regenfälle mit Überschwemmungen. Das war ein idealer Nährboden für die Insekten, um sich rasant zu vermehren. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner PACIDA unterstützen wir die kenianische Regierung und die FAO dabei, die Schwärme zu beobachten und zu dokumentieren, welche Gebiete besonders betroffen sind.

 

 

Mit dem Geld, das Sallo Gurio Wario bekommen hat, konnte sie lebensnotwendige Lebensmittel für sich und ihre Familie kaufen. Foto: PACIDA/Malteser International

Diese Daten sind wichtig, damit die Regierung die Schwärme wirksam bekämpfen kann“, sagt Martin Schömburg, Länderbüroleiter in Kenia.

Im Nordosten Kenias leben die Menschen, wie Sallo Gurio Wario, von der Viehwirtschaft. Dort droht nun eine Hungersnot. Den Menschen wurde durch die Plage die Lebensgrundlage genommen.
„ Jetzt ist es wichtig, die Verluste der Menschen zu kompensieren. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner und in Abstimmung mit der FAO zahlen wir an die besonders Bedürftigen mit Hilfe des sogenannten M-Pesa-Systems über Mobiltelefone Geld aus, damit sich die Menschen selbst mit dem Lebensnotwendigsten versorgen können“, sagt Martin Schömburg, Länderbüroleiter in Kenia von Malteser International. Unterstützt wird Malteser International vom Auswärtigen Amt.

Auch Sallo Gurio Wario konnte mit dem Geld, dass sie von Malteser International erhalten hat, beim örtlichen Händel zunächst das Nötigste für sich und ihre Familie kaufen.

Die Coronapandemie verschärft die Situation

Die Coronapandemie verschlimmert die Situation für die Menschen in Kenia noch. Foto: PACIDA/Malteser International

Wie in den meisten Ländern gilt auch in Kenia seit Ende März eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Menschen, die sich zuvor noch gegenseitig unterstützt haben, versuchen nun in erster Linie ihre eigenen Familien zu versorgen.

„Diejenigen, die Geld haben, kaufen Lebensmittel auf Vorrat. Aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit sparen die Menschen, die zuvor noch andere unterstützt haben, jetzt das Wenige, das sie haben, anstatt es weiterzugeben. Die Armen werden jetzt vor Hunger sterben, wenn es keine Unterstützung von außen gibt“, sagt Sallo.

 

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