„Kindern zu helfen, gibt mir so viel Hoffnung“: Mary Martin bringt Licht in das Leben vieler Mädchen
Sich um andere Menschen zu kümmern ist Mary Martins Lebensaufgabe – und das ohne Gegenleistung seit nunmehr 30 Jahren.
Ein Leben fernab der Heimat, das kennt Mary Martin. Die 57-Jährige wurde als Kind südsudanesischer Eltern in Kenia geboren und zog einige Jahre später nach Uganda, bevor sie mit ihrer Familie schließlich in den Südsudan zurückkehrte. Dort baute Mary sich ein Leben auf, heiratete und zog ihre vier Kinder groß. Als der Konflikt im Land eskalierte, musste sie 1995 erneut ihr Zuhause verlassen, diesmal mit ihren Kindern. Wieder ging es für die Familie nach Uganda, wo Mary hoffte, ihren Kindern ein Leben in Sicherheit zu ermöglichen. Immer wieder aufs Neue beginnen: Für Mary Martin ist das zur Normalität geworden.
In Uganda hat Mary für sich und ihre Familie ein neues Zuhause aufgebaut – und dazu für mittlerweile zehn junge südsudanesische Mädchen bei sich eine Heimat geschaffen. Einige wurden auf der Flucht nach Uganda von ihren Eltern getrennt, andere hatten zu Hause mit den Eltern so große Schwierigkeiten, so dass sie dort nicht bleiben wollten. Und so nahm Mary Martin jedes Mädchen ohne zu zögern auf, ohne Unterstützung durch andere. Sie ist fest davon überzeugt, dass gerade Mädchen in solch schwierigen Lebensumständen Schutz, Fürsorge und Unterstützung verdienen. Besonders auf der Flucht schenkt sie ihnen genau das: einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen und neue Hoffnung schöpfen können.
"Ich versuche ihnen Lebenskompetenzen, Selbstvertrauen und Respekt zu vermitteln"
„Gerade Mädchen sind hohen Risiken ausgesetzt und ich fühle mich dafür verantwortlich, ihnen, wann immer möglich, Stabilität zu bieten. Einige kamen im Alter von nur sieben Jahren und wuchsen zusammen mit meinen eigenen Töchtern auf. Ich versuche ihnen Lebenskompetenzen, Selbstvertrauen und Respekt für sich selbst und andere zu vermitteln“, erklärt Mary.
Mary ist stolz darauf, die Mädchen auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter zu begleiten. Viele haben inzwischen geheiratet und eigene Familien gegründet. Sie erinnern sich noch immer an Marys Unterstützung und halten den Kontakt zu ihr. „Es gibt mir so viel Hoffnung zu wissen, dass ich ein Kind großgezogen habe, das sich mit Freude an mich erinnert“, berichtet Mary.
Unterstützung für einen nachhaltigen Lebensunterhalt
Um alle Mädchen und die eigene Familie ernähren zu können, hat sich Mary Martin mit Unterstützung von Malteser International eine eigene Existenz aufgebaut. Sie betreibt ein kleines Geschäft, in dem sie Bohnen und Haushaltswaren verkauft. Sie ist Teil einer Spargruppe mit 20 Mitgliedern mit und hat eine von unseren Kolleginnen und Kollegen angebotene eine Unternehmensschulung gemacht. Dabei gewann sie viel Wissen und Erfahrung, die ihr halfen, ihren Bohnenverkauf immer weiter zu verbessern. Mit dem Einkommen, das sie mittlerweile erzielt, finanziert sie den täglichen Bedarf ihres Haushalts und der Mädchen, um die sie sich kümmert.
Obwohl Mary Martin selbst auf der Flucht alles zurücklassen musste, hat sie sich der Leben fremder Menschen angenommen und Verantwortung übernommen. Mary konzentriert sich darauf, was sie tun kann, indem sie Mädchen, die es am dringendsten brauchen, Sicherheit, Schutz und Chancen bietet.
Mary Martin hat für jedes einzelne Mädchen, das sie bei sich aufgenommen hat, ein symbolisches Licht entzündet. Und mittlerweile sind daraus bereits 10 helle Lichter geworden, die weithin mit der Botschaft leuchten, dass selbst ein einzelner Mensch auf seine oder ihre eigene Weise viel bewegen kann für jene, die Hilfe und Schutz brauchen.