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Flucht aus Myanmar

Foto: Noor Ahmed Gelal/Malteser International

Rajuma* ist gerade einmal 30 Jahre alt, doch sie hat bereits unvorstellbares Leid erfahren. Sie gehört der ethnischen Minderheit der Rohingya an und kommt aus dem Dorf Tula Toli in Myanmar, das von der Armee am 30. August niedergebrannt wurde. Aufgrund von Zugangsbeschränkungen für Journalisten und Hilfsorganisationen lässt sich die genaue Zahl der Opfer nicht beziffern. Augenzeugen sprechen von rund 300 Opfern. Die meisten davon Frauen und Kinder. Auch Rajuma verlor fast ihre gesamte Familie. Nur mit einem ihrer fünf Kinder konnte sie sich nach Bangladesch retten.

„Der 30. August 2017 war der schlimmste Tag meines Lebens. Es begann im Morgengrauen. Die Soldaten kamen in unser Dorf und versperrten alle Ausgänge. Zuerst sagten sie, dass uns nichts passieren würde. Jetzt weiß ich, dass das eine Lüge war.” An diesem Morgen zwangen die Soldaten die Dorfbewohner, sich auf dem Dorfplatz zu versammeln. Dann begannen sie, die Häuser zu plündern und anschließend niederzubrennen.

Rajuma überlebt in ihrer brennenden Hütte

Rajuma und ihre Familie blieben zunächst aus Angst in ihrer Hütte. Doch Schutz fanden sie keinen. Die Soldaten drangen in die Hütte ein, erschossen vor ihren Augen erst Rajumas Mann und anschließend vier ihrer Kinder: ihre zwei, fünf und sieben Jahre alten Töchter und ihren elf Jahre alten Sohn. Nur eine ihrer Töchter konnte sich retten.

Nachdem Rajuma dieses Martyrium überlebt hatte, setzten die Soldaten die Hütte in Brand. Aus Angst und nicht imstande zu fliehen, blieb die junge Frau in der brennenden Hütte. Sie harrte so lange in den Flammen aus, bis sie sich sicher war, dass die Soldaten weg waren. Erst dann kroch sie aus der Hütte, ihre rechte Körperhälfte stand in Flammen. Mit schwersten Verbrennungen schaffte sie es mit letzter Kraft zu einem nahegelegenen Teich. Dort rettete sie ein Nachbar. Gemeinsam mit Rajumas Tochter versteckte sie sich vier Tage in einem Reisfeld, bevor sie über die Grenze nach Bangladesch fliehen konnte. 

Flucht aus Myanmar nach Bangladesch

Rajumas Dorf wurde komplett zerstört. Überlebende berichten, wie Männer, Frauen und Kinder separiert wurden. Männer und Kinder wurden brutal hingerichtet: Sie wurden lebendig verbrannt oder erschossen. Viele der Frauen wurden mehrfach vergewaltigt, danach ermordet.

Nach ihrer Flucht wurden Rajumas schwere Brandwunden in einem Krankenhaus in Bangladesch behandelt. Rund drei Monate dauerte es, bis ihre Verletzungen verheilt waren. Zurückgeblieben sind tiefe Narben – nicht nur auf ihrem Körper. Die Narben auf ihrer Seele, die der brutale Verlust ihrer Familie hinterlassen hat, werden wohl ebenso wenig heilen wie die auf ihrer Haut. Rajuma ist mit dem Leben davongekommen, aber sie ist schwer traumatisiert und wird regelmäßig von ihren schrecklichen Erinnerungen heimgesucht.

Spenden für Flüchtlinge in Bangladesch

Gemeinsam können wir Frauen wie Rajuma helfen, trotz ihres schrecklichen Schicksals zurück ins Leben zu finden. Es ist uns wichtig, dass die Menschen, die so viel Leid erlebt haben, nun eine gute Behandlung erfahren.

Spenden Sie jetzt und helfen Sie den Menschen in Bangladesch.

 

*Name geändert

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