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Wenn irgendwo auf der Welt eine Katastrophe eintritt, werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zertifizierte Emergency Medical Teams (EMTs) mit spezialisierten Ärzten, Krankenschwestern, Sanitätern und Logistikern in die betroffenen Gebiete entsendet. Damit in einem solchen Fall den betroffenen Menschen schnellstmöglich geholfen werden kann, müssen die EMTs innerhalb von maximal 72 Stunden vor Ort autark einsatzbereit sein.

Hintergrund: Unzulängliche Hilfe bei Katastrophen

Als wesentliche Probleme bei der Reaktion auf die Ebola-Epidemie und das Erdbeben in Haiti erwiesen sich die rasche Entsendung von medizinischem Personal und die Bewältigung der damit verbundenen logistischen und verwaltungstechnischen Herausforderungen. Aus diesem Grund ist die WHO im Prozess weltweit EMTs zu registrieren. Mit der Registrierung möchte sie erreichen, dass medizinische Teams nach Katastrophen unter standardisierten Abläufen gemeinsam und effizient Hilfe leisten und somit eine Qualitätssicherung bei Einsätzen erreichen. Bis Ende 2016 waren sechs nationale EMTs, vornehmlich aus russischen und chinesischen Zivilschutzorganisationen, registriert, die in erster Linie chirurgische Versorgung in Feldhospitälern leisten können. EMTs von Typ 2 und 3 leisten im Gegensatz zu Typ 1 chirurgische Versorgung in Feldhospitälern.

Malteser International ist seit 2016 im Prozess ein medizinisches Nothilfeteam oder EMT aufzubauen, um als Reaktion auf Katastrophen innerhalb von 72 Stunden mit voller Ausstattung und Medikamenten vor Ort Basisgesundheitsversorgung für die Betroffenen leisten zu können. Das Malteser International EMT Typ 1 (Basisgesundheitsversorgung) wird Teil des EMT Pools der WHO sein.

Eine Zeltambulanz für Katastrophenfälle

Malteser International plant die Registrierung als EMT 1 „fixed“ im Gegensatz zu einer mobilen Einheit. Die technischen Standards der WHO verlangen für das EMT 1, dass das Team bestehend aus medizinischem Personal, Logistikern, Experten für Wasser und Hygiene und Koordinatoren, bis zu sechs Wochen im Einsatz sein kann und vor Ort vollkommen autark ist, um somit die Regierung bzw. das Gesundheitsministerium zu entlasten. Das bedeutet nicht nur die autarke Versorgung des gesamten Teams, sondern auch die Behandlung von mindestens 100 Patienten pro Tag in einer Zeltambulanz, die entweder freistehend, im Falle totaler Zerstörung, oder an ein Gesundheitszentrum angedockt ist. Neben der medizinischen Versorgung wird vorausgesetzt, dass auch Wasser, sanitäre Versorgung, Strom und Nahrung sowie weitere Logistik für die gesamte Dauer des Einsatzes bereitgestellt werden. Die Einsatzdauer für einzelne Helfer beträgt 14 Tage, danach werden sie vom Folgeteam abgelöst.

Ein wichtiger Schritt der Qualitätssicherung 

Die Registrierung als EMT ist ein komplexer Prozess der Qualitätssicherung und bedarf neben der Entwicklung von medizinischen und logistischen Prozessen (standard operating procedures), auch der Anschaffung von Ausstattung, unter anderem Zelte, Equipment und Wasserversorgung. WHO überprüft dabei die personellen und logistischen Kapazitäten einer Organisation durch das EMT-Sekretariat der WHO. Da das EMT nur für die unmittelbare Nothilfephase nach einer Katastrophe ausgelegt ist, muss gewährleistet sein, dass nach dem Ende des Nothilfeeinsatzes keine Lücken in der Versorgung der Zivilbevölkerung entstehen.


Die einzelnen Schritte im Registrierungsprozess
Die einzelnen Schritte im Registrierungsprozess
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