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Wasser ist ein Menschenrecht: Einsatz für eine bessere Wasserversorgung

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist die Voraussetzung für ein gesundes, menschenwürdiges Leben. Doch trotz großer Bemühungen haben immer noch viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Betroffen sind insbesondere Afrika und Südasien sowie die ärmeren Regionen in Lateinamerika, der Karibik und in Südostasien. Der fehlende Zugang zu Wasser ist nicht nur eine direkte Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung, sondern wirkt sich ebenso verheerend auf Bereiche wie Bildung, Landwirtschaft und Ernährung aus.

Dabei ist der Zugang zu Wasser schon längst ein international anerkanntes Recht, das allen Menschen zusteht. Eine angemessene Wasser- und Sanitärversorgung weltweit ist das sechste der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen und soll bis zum Jahr 2030 gewährleistet werden. Außerdem: Wasser ist ein Menschenrecht. Am 28. Juli 2010 erkannten die Vereinten Nationen das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung an. Bis zur Erreichung des Ziels ist es noch ein weiter Weg, der dringend internationaler Unterstützung bedarf und für das wir mit unseren Projekten eintreten. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, mehr Menschen zu ihrem Recht auf eine sichere Wasserversorgung zu verhelfen.

Sicherer Zugang zu Wasser – Ihre Spende zählt

Die weltweite Trinkwasser- und Sanitärversorgung ist mangelhaft

Unsere Erde ist zwar zu mehr als zwei Dritteln von Wasser bedeckt, jedoch handelt es sich nur bei 0,3% um Trinkwasser. Dieses ist extrem ungleich verteilt. Während im globalen Norden die Wasserversorgung weitestgehend gesichert ist, sind die Zustände im globalen Süden, den ärmeren Regionen der Welt, zum Teil verheerend. 

Rund 2,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Davon mangelt es 785 Millionen Menschen sogar an einer Grundversorgung mit Wasser. Betroffen sind vor allem die ländlichen und ärmeren Gebiete Sub-Sahara-Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

Rund 2,3 Milliarden Menschen besitzen darüber hinaus keinen Zugang zu einer sanitären Grundversorgung. In ärmeren Ländern haben rund 47% der Bevölkerung nicht einmal die Möglichkeit, sich regelmäßig mit Seife und Wasser die Hände zu waschen (Stand 2015). 

Noch immer müssen ca. 673 Millionen Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten – mit verheerenden Folgen für die öffentliche Gesundheit, Umwelt und persönliche Sicherheit. Auch fehlendes Wissen über Hygieneregeln und -konzepte kann gerade in Ländern mit mangelhafter Wasser-, Sanitär- sowie Gesundheitsversorgung schlimme gesundheitliche Auswirkungen haben, auch hier gibt es einen hohen Verbesserungsbedarf.

Die Regierungen, unterstützt durch internationale Organisationen, bemühen sich seit Jahrzehnten, die Lebensbedingungen in den betroffenen Gebieten zu verbessern. Zwischen 1990 und 2008 erhielten 1,6 Milliarden Menschen Zugang zu sicherem Trinkwasser, davon profitierte allerdings in Asien vor allem die städtische Bevölkerung, insbesondere in Indien und China, die bereits einen guten Zugang hatten. Bei der ländlichen Bevölkerung in weniger entwickelten Ländern blieb der Anteil weiterhin bei unter 16%. Der Stand der Sanitärversorgung blieb ebenso kritisch, obwohl seit 1990 für 1,1 Milliarden Menschen Zugang zu sanitären Einrichtungen geschaffen wurde.

Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht

Schon im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG), die von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 verfasst und von allen UN-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurden, verpflichtete sich die internationale Gemeinschaft dem Ziel, die Anzahl der Menschen, die keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser haben, bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Unter Berufung auf diese Erklärung und in Eingeständnis der mangelhaften Grundversorgung von Millionen von Menschen, erkannten die Vereinten Nationen am 28. Juli 2010 den Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht an. 122 Staaten stimmten der Resolution zu, 41 enthielten sich.

Doch noch immer können noch längst nicht alle Menschen ihr Recht auf sauberes Wasser geltend machen. Deshalb findet sich diese Forderung auch in den SDG der Vereinten Nationen von 2015 wieder, die die MDG ablösten. Demnach soll der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung bis zum Jahr 2030 für alle Menschen ermöglicht werden.
 

28.07.2020

"Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht, kein Privileg"

Am 28. Juli 2010 haben die Vereinten Nationen das Menschenrecht auf eine Wasser- und Sanitärversorgung anerkannt. Zum zehnten Jahrestag dieses Ereignisses haben noch immer etwa 785 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und leben zum Teil ohne sanitäre Anlagen wie zum Beispiel Toiletten.

Anlässlich dieses Jahrestags fordert Malteser International ein stärkeres Engagement der deutschen Regierung, um für alle Menschen einen Zugang zu sauberem Wasser und zu sanitären Einrichtungen sicherzustellen. 

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Welche Ursachen hat der fehlende Zugang zu Wasser?

Menschen in ärmeren und ländlichen Regionen der Welt leiden besonders unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser sowie der fehlenden sanitären und hygienischen Versorgung. Gründe dafür sind sowohl auf politischer als auch ökologischer Seite zu finden.

Bei den Regionen handelt es sich vielfach um Gebiete mit desolater Infrastruktur. Die Menschen leben zum Teil in extremer Armut, es fehlt an Brunnen, Wasserleitungen, Wasserspeichern oder Aufbereitungsanlagen für Trinkwasser. Die Zustände haben sich in Folge des Klimawandels weiter verschärft. Unter anderem ausbleibender Regen und erhöhte Temperaturen sorgen für extreme und langanhaltende Dürreperioden, die ebenso das Phänomen der Wüstenbildung, die sogenannte Desertifikation, begünstigen. Aber auch Naturkatastrophen und extreme Wetterphänomene wie Erdbeben und Überflutungen nahmen insbesondere im letzten Jahrzehnt zu.

Wasser als umkämpfte Ressource

Zusätzlich tragen Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und die Verschmutzung der Umwelt dazu bei, dass die Wasserressourcen weltweit stark beansprucht werden. Wasser wird damit zur umkämpften Ressource. Politische Diskriminierung und sozialer Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen führen nach wie vor zu einer extrem ungleichen Verteilung von Wasser.

Diese zeichnet sich laut Experten auch in extrem trockenen Gebieten wie Sub-Sahara-Afrika ab: Wohlhabendere Bürger verbrauchen dort mehrere hundert Liter Wasser am Tag, während arme Familien oft nicht einmal fünf Liter erwerben können. Des Weiteren steht ein Großteil des Wassers der Exportlandwirtschaft zur Verfügung. Auf diese Weise kommt insbesondere die arme Bevölkerung in den betroffenen Gebieten nicht zu ihrem Recht auf Wasser.

Obwohl die Mehrheit der Länder mit der Resolution der UN-Generalversammlung vom 28. Juli 2010 Wasser als Menschenrecht anerkannte, wird es von vielen Akteuren weiterhin als Ware gehandelt. Vielerorts gibt es Konflikte um Wasser, das als natürliche Ressource teils ähnlich umkämpft ist wie Öl. In den 1990er Jahren wurde Wasser als Ressource für Versorgungsunternehmen interessant und vielerorts privatisiert. Zur gleichen Zeit nahmen weltweit die Konflikte um den Quell allen Lebens zu: Die Preise für Wasser stiegen stark an, in Spanien entstand infolge maßlosen Wasserverbrauchs die erste Wüste Europas. Indischen Bauern mangelte es aufgrund der Bohrung von Tiefbrunnen an Wasser für die eigene Landwirtschaft.

Bis heute entstehen zahlreiche Konflikte aufgrund von Wasserknappheit, sowohl auf lokaler, nationaler als auch zwischenstaatlicher Ebene. Damit wird die ungleiche Verteilung von Wasser ebenfalls zu einem der häufigsten Gründe für Armut und Migration.

Die verheerenden Folgen einer mangelhaften Wasserversorgung

Der fehlende Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen hat verheerende Folgen. In Folge der Nutzung verunreinigter Brunnen oder Wasserlöcher sterben jedes Jahr rund 842.000 Menschen an Durchfallerkrankungen wie Cholera, Ruhr, Typhus und Polio oder leiden an Dehydration. Mehr als 800 Kinder sterben jeden Tag an mangelnder hygienischer Versorgung. Unzählige Geburten finden unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen statt. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird die Bedeutung der Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung für die Gesundheit der Bevölkerung noch deutlicher.

Auch auf die wirtschaftliche Lage in den betroffenen Gebieten wirkt sich der mangelnde Zugang zu Wasser fatal aus. 560 Milliarden Arbeitstage und 443 Millionen Schultage gehen jährlich aufgrund von Diarrhöe-Erkrankungen verloren. Mit dem Wasser fehlt die Basis, um Landwirtschaft zu betreiben und die Nahrungsversorgung der Menschen zu gewährleisten.

Soziale Ungleichheit wird durch die Wasserknappheit weiter verstärkt. Arme Familien müssen bis zu 20% ihres ohnehin knappen Einkommens für teils verunreinigtes Trinkwasser ausgeben sowie für Medikamente, die oft nicht wirksam sind. Frauen und Mädchen leiden besonders unter der Situation. Meist sind sie für die aufwendige Wasserbeschaffung zuständig, die bis zu sechs Stunden in Anspruch nehmen kann. Unter diesen Voraussetzungen bleibt ihnen oft weder Zeit für Bildung noch für Arbeit und die Benachteiligung von Frauen und Mädchen wird weiter verstärkt. Ein menschenwürdiges Leben ist unter diesen Bedingungen kaum möglich. Somit sind auch Flucht- und Migrationsbewegungen häufig eine Folge des fehlenden Zugangs zu sauberem Wasser.

Unser Engagement für ein Menschenrecht: sichere Trinkwasser- und Sanitärversorgung weltweit

Malteser International engagiert sich weltweit für die Schaffung eines sicheren Zugangs zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen, der die Basisvoraussetzung für ein gesundes Leben ist. Dabei gehen wir nach einem ganzheitlichen Ansatz vor, der Programme aus dem Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) mit solchen aus den Bereichen Gesundheit und Ernährung kombiniert, um diese Grundversorgung herzustellen.

Die konkreten Maßnahmen reichen von der Bereitstellung wichtiger Hygieneartikel wie Seife über den Bau von Brunnen und Latrinen bis hin zur Installation von Regenwassersammelsystemen. Des Weiteren bieten wir Schulungen zu grundlegenden Hygieneprinzipien an, darunter solche, die speziell auf Frauen, Mädchen, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sind.

Mit unseren Programmen sind wir weltweit aktiv und unterstützen unter anderem Menschen in Uganda, Kenia und auf den Philippinen bei der Schaffung sicherer Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung. Dabei legen wir großen Wert auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort, der es möglich sein soll, die erarbeiteten Lösungen selbst zu verwirklichen und auf mögliche Krisensituationen wie Naturkatastrophen besser vorbereitet zu sein.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Doch noch immer bleibt über zwei Millionen Menschen dieses Recht verwehrt. Der fehlende Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen gefährdet ihre Gesundheit und ist ein Verstärker von Armut, Migration und Konflikten. Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass diese Menschen zu ihrem Recht kommen, und zukünftig ein gesundes Leben auf der Basis eines sicheren Zugangs zu Wasser führen können.

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