EN | DE | FR
Jetzt Spenden

Südsudan: Eine Chance auf eine bessere Zukunft

Malteser International bildet Martino zum Krankenpfleger aus. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media
Malteser International bildet Martino zum Krankenpfleger aus. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media

Der jüngste Staat der Welt, der Südsudan, feierte vor fünf Jahren seine Unabhängigkeit vom Sudan. Doch der anfängliche Jubel verebbte schnell. Zwischen Dezember 2013 und August 2015 herrschte erneut ein brutaler Bürgerkrieg und auch nachdem Regierung und Opposition im vergangenen Jahr einen Friedensvertrag unterschrieben, verbesserte sich die Lage nicht. Anfang Juli 2016 kam es erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen fast 300 Menschen starben.
Die Bevölkerung hat mit vielen Problemen zu kämpfen. So gibt es zum Beispiel kaum ausgebildetes Fachpersonal im Gesundheitsbereich.
Martino möchte etwas verändern. Darum lässt er sich in der Stadt Rumbek am „Health Sciences Institute” zum Pfleger ausbilden. Dort werden Labortechniker und Krankenpfleger gemeinsam unterrichtet. „Ich möchte mich um Patienten kümmern und ihr Freund sein”, sagt Martino. „Schon in der Schule wusste ich, dass es das ist, was ich tun möchte. Ich danke Malteser International, dass ich diesen Traum verwirklichen kann.” „Es gibt nur wenige Krankenschwestern“, sagte der 26-jährige Martino, „in manchen Krankenhäusern gibt es insgesamt nur zwei. Die meisten Patienten haben also niemanden, der sich um sie kümmert, egal wie schwer krank sie sind.“ Viele müssen stundenlang auf medizinische Hilfe warten und sind zusätzlich auf die Hilfe ihrer Familie und Freunde für ihre Versorgung angewiesen.

Prävention gegen Malaria und Müttersterblichkeit

Beatrice möchte den Menschen in ihrem Dorf helfen. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media
Beatrice möchte den Menschen in ihrem Dorf helfen. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media

Selbst Krankheiten, die leicht zu verhindern sind, enden im Südsudan häufig noch immer tödlich, weil viele kaum darüber aufgeklärt sind, wie diese verhindert werden können. „Ich hoffe, dass ich den Patienten eine große Hilfe sein kann und ihnen zeige, wie sie sich schützen können“, sagt Martino. „Die Ansteckung mit Malaria kann zum Beispiel verhindert werden, wenn die Bevölkerung stehende Wasserlachen beseitigt, in denen die Mücken brüten. Außerdem sollten überall Moskitonetze über den Betten hängen. Das rettet Leben.“
Beatrice, eine andere Schülerin in Rumbek, hofft, dass sie dabei helfen kann, die hohe Müttersterblichkeit zu verringern. „Ich möchte die Menschen in meinem Dorf unterstützen”, sagte die 23- Jährige. „Ein Kind zu bekommen kann gefährlich sein.  Starke Blutungen nach der Geburt sind zum Beispiel ein großes Problem. Wenn ich eine Krankenschwester bin, kann ich den Frauen weiterhelfen.“

Große persönliche Ziele

Chandia wird ebenfalls zur Krankenschwester ausgebildet. Aber die 20-Jährige möchte mit ihrem Job mehr als nur Leben retten. Sie will den Frauen im Südsudan eine bessere Zukunft ermöglichen. „Frauen leiden nicht nur unter den schlechten Bedingungen während der Geburt ihrer Kinder”, sagt sie. „Sie werden auch schlechter oder gar nicht ausgebildet. Und ohne Bildung wissen sie oft nicht, wo sie Hilfe aus dem Gesundheitssystem bekommen können. Ich möchte in die Gemeinden gehen und die Frauen ermutigen, sich selbst zu helfen.“

Chandias Mutter ist ihr großes Vorbild. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media
Chandias Mutter ist ihr großes Vorbild. Foto: Nyokabi Kahura / African Visuals Media

Die neuen Kämpfe im Südsudan haben einen Schatten auf das ganze Land geworfen. Auch auf den Betrieb des Ausbildungszentrums in Rumbek. Nachdem zwei ugandische Mitarbeiter evakuiert wurden, geht die Arbeit nun mit weniger Personal weiter. „Im Augenblick kann niemand vorhersagen, was die nächsten Wochen passieren wird”, sagt Lisa Schönmeier, Referentin für den Südsudan bei Malteser International. „Die Menschen haben große Angst. Das einzige, was wir im Augenblick tun können, ist, unser Bestes zu geben, um den Menschen im Südsudan eine Perspektive auf eine bessere Zukunft zu geben.”
Chandia ist sehr entschlossen. „Seit der Grundschule habe ich gehofft, dass ich eines Tages eine Krankenschwester sein werde”, sagt sie. „Meine Mutter hat in einem Krankenhaus gearbeitet und ich wollte immer so sein wie sie. Ich habe sie bewundert, denn sie kam mit allen Menschen ins Gespräch und half denen, die Hilfe brauchten. Wir benötigen mehr Menschen, die so sind wie meine sie. Ich möchte meine Mitmenschen so bereichern wie meine Mutter das tat. Nur so können wir unsere Zukunft verändern.”

Lesen Sie mehr über unsere Arbeit im Südsudan

27. Juli 2016 Katharina Kiecol / Nyokabi Kahura

Spenden Sie jetzt und helfen den Menschen im Südsudan!
Jetzt Spenden